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Frank Krings

Aufgewachsen in Düsseldorf, Studium der Politologie in Münster, als freier Journalist u.a. für den Hochschulanzeiger der Frankfurter Allgemeinen Zeitung tätig. Seit Mai 2008 Online-Redakteur für buchmesse.de. Im Mai 2010 wechselte Frank ins Presse-Team der Frankfurter Buchmesse. Hier ist er unter anderem für den Bereich “Social Media” zuständig und twittert fleißig unter: http://twitter.com/Book_Fair

Privat unter: http://twitter.com/frank_krings


Informare! 2012: “Das schafft nur ein Cyborg”

Mai 10th, 2012 - 4:45 pm by Frank Krings

Ob Semantic Web, Cloud Computing oder Big Data: Konferenzen rund um digitale Trends vermehren sich in Berlin noch schneller als StartUps. Die Informare! ist dabei ein eher spröder Vertreter ihrer Art: Keine Herren mit roter Irokesen-Frisur, keine Piraten-Flaggen oder Shitstorms auf Twitter-Walls. Dafür aber jede Menge Forscher, die mit strengem akademischen Blick an Cloud-Anwendungen oder dem Internet der Dinge arbeiten. Das Publikum der Informare! bildet eine kleine, aber für Content Anbieter (und damit auch für die Buchmesse)  unglaublich wichtige Gruppe: Die Information Professionals. Sie kaufen im großen Stil Fachinformation ein und sind für die Datenbanken ihrer Firmen verantwortlich. Auf der Informare! erfuhren die knapp 400 Teilnehmer dann wo die Reise im “Meer der Informationen” hingeht: Künstliche Intelligenz in der post-Siri-Ära, Machine-2-Machine-Apps uvm. Mich persönlich hat ja schon der Makerbot (s.Foto) in der Cafeteria begeistert: Ein Nerdmagnet 3-D-Printer, der aus einer Plastikmasse StarWars-Ikonen herausschält. Purer Geekporn. Die Sessions selbst tauchten stets in information-professionelle Tiefen ein. Für meinen Geschmack waren sie jedoch noch etwas steif in der Präsentation. Ein paar nicht-akademische Digitalisten, die noch von den re:publica-Afterparties übrig sind sowie ein höherer Referentinnen-Anteil hätten das aufgelockert. Ums Auflockern kümmerte sich dann der polemisch talentierte Blogger & Fachjournalist Gunnar Sohn. Auf seinem Panel diskutierte er mit einem Hypnose (!) & SocialMedia-Experten, einem IT-Unternehmer , einem Online-Journalisten sowie Informare!-Organisator Arnoud De Kemp über “Obi Wan Kenobi und das Future-Internet”. IT-Profi Bernd Stahl drosselte dabei die Erwartungen an ein zukünftiges Semantic Web, das auch nur ansatzweise wie ein Mensch denkt. “Sowas schafft nur ein Cyborg.” Munter ging es dann über zum Social Web und seinem  Motor Content Sharing, der irgendwie nicht zum herkömmlichen Urheberrecht passen will.  Dann folgten Liquid Democracy und die Piraten als Verfechter (digitaler) Selbstermächtigung. Diese wurden unisono als wichtige Kraft im Kampf gegen die “unterentwickelte Digitalisierung” Deutschlands gelobt. Und falls dem Leser jetzt langsam der Kopf rauscht: In diesem Informare!-Video wird noch einmal in aller Ruhe der Zusammenhang zwischen Liquid Democracy und Künstlicher Intelligenz erklärt. Viele Grüße aus Nerdistan!

“Warum liquide Demokratie Künstliche Intelligenz braucht.” ( Prof. Hans Uszkoreit vom Dt. Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz)

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#buchcamp: Twitterzwang & Revolutionsgeruch

Mai 10th, 2012 - 11:11 am by Frank Krings

 


“Die pure Respektlosigkeit von Numberlys…”

April 25th, 2012 - 5:09 pm by Frank Krings

Kaum ein Bereich ist so “offline” wie die Schule. Daran störte sich der technikbegeisterte Lehrer Warren Buckleitner schon in den 80ern. Heute schreibt er als Experte an der Schnittstelle Kids und Technology u.a. auf childrenstech.com über Apps die schon Säuglinge begeistern. Im Interview spricht er über respektlose Games, eingerostete Erwachsene und magische Screens.

Sie sind schon seit vielen Jahren als Lehrer tätig. Wie kamen Sie zu dem Entschluss, die Children’s Technology Review ins Leben zu rufen?

Warren Buckleitner: Schon in den Achtzigerjahren konnte ich beobachten, wie meine Schüler mit Spielen wie Oregon Trail lernten. Ich wollte wissen, worin genau die Magie dieser neuen Technologie besteht. Das war 1983, in der Anfangszeit der Mikrocomputer. Ich war in einer Forschungsstiftung mit Laborschule tätig. Das war der ideale Ort, alle neuen Produkte aus dem Bereich der Bildungssoftware zu untersuchen, von den damals etwa 80 gab. Also veröffentlichten wir eine Liste – die Vorstufe der CTR-Datenbank. Bis heute hat unser Team auf seiner Suche nach der Magie mehr als 12.000 Spiele, E-Books, Websites und Apps begutachtet.

Alle Sparten der Verlagsindustrie sind durch die Digitalisierung einem Wandel unterworfen. Welche Veränderungen bringt das digitale Zeitalter für den Kinderbuchbereich mit sich?

Lassen Sie uns zunächst einmal das Wesentliche sagen: Das gedruckte Kinderbuch wird nicht verschwinden, denn es bietet auf psychologischer Ebene eine vollkommen andere Erfahrung. Man kann Druck- und Multi-Touch-Medien nicht angemessen vergleichen. Ich sehe ein Buch gerne als Skript, mit Ideen, die viele verschiedene Formen annehmen können. Es kann ein Buch bleiben, aber in einem Fall wie Harry Potter kann es sich auch in einen Film, eine App oder in einen Freizeitpark verwandeln. Die treibende Kraft ist dabei immer eine gute Geschichte oder – wie mein Freund Chris Meade gerne betont – „die Erzählung“. Es gibt eine neue Generation meisterhafter digitaler Storyteller. Diese erkennen, welches Potenzial in einem Multi-Touch-Bildschirm steckt, wenn es darum geht, ein Kind zu begeistern. Diese Leute wissen, wie man Interaktivität als Würze einsetzt – in exakt der richtigen Dosierung, sodass sie der Geschichte nicht in die Quere kommt.

Glauben Sie, dass sich Kinder leichter an E-Books und Apps gewöhnen können als Erwachsene?

Wir alten, eingerosteten Erwachsenen vergessen schnell, dass es für ein kleines Kind genauso frisch und neu ist, die Heiß- und Kaltwasser-Einstellungen an einem Wasserhahn zu ergründen, wie einen Multi-Touch-Bildschirm zu bedienen. Sie bringen das Ding zum Funktionieren, indem sie es berühren, bearbeiten und aktiv erkunden.

Was ist im Augenblick Ihre Lieblings-App?

Das ändert sich täglich, aber hier sind ein paar Beispiele von meiner Liste. Beim BolognaRagazzi Digital Award (dessen Vorsitzender ich bin) haben wir La Forêt Mes Premières Découvertes von Gallimard Jeunesse entdeckt. Die App kombiniert feine Bewegungs- und Berührungstechniken, um ein Nachschlagewerk für Kinder zum Leben zu erwecken. Mich begeistert fast alles, was TouchPress gemacht hat, und die Grafik- und Videoqualität in ABC Food von Peapod Labs ist ebenfalls erwähnenswert. Jedermann sollte Cinderella von Nosy Crow kennen und mit einem Kind eine Teeparty mit Toca Tea Party feiern. Nicht zu vergessen die pure Respektlosigkeit von Numberlys, die sozialen Funktionen von Magic Piano von Smule und der kreative Ansatz von Doodlecast von zinc Roe. Die Liste könnte noch lange fortgesetzt werden.

Was erwarten Sie vom Schwerpunkt Kinder- und Jugendmedien auf der Frankfurter Buchmesse und speziell vom Hot Spot Kids & eReading?

Es ist herrlich, zu sehen, was alles passieren kann, wenn brillante Köpfe auf leistungsfähige und unerschlossene Technologien treffen. Das konnten wir dieses Jahr in Bologna beobachten, und ich bin sicher, wir werden es auch in Frankfurt sehen.

Warren Buckleitner ist Experte im Bereich Kinder & Technologie: Der ausgebildete Lehrer forschte langjährig im Bereich frühkindliche Erziehung (MA, Pacific Oaks College) und hält einen Doktor in Educational Psychology (Michigan State University). Warren Buckleitner gründete Mitte der 90er Jahre das online Magazin Children’s Technology Review (CTR), das Dust or Magic Institute on the Design of Children’s Interactive Media sowie die Mediatech Foundation. Er schreibt für verschiedene Magazine und Zeitungen, darunter die New York Times. Auf der Consumer Electronics Show (CES) koordiniert Warren die Konferenz Kids@Play. Er lebt zusammen mit seiner Frau, zwei Hunden und zwei Töchtern in New Jersey, USA – und spielt Trompete in einer Dixieland Jazz Band.

Kontaktieren Sie Warren Buckleitner:

http://childrenstech.com

http://www.dustormagic.com

Twitter: @buckleit @childtech @dustormagic


protoTYPE: “Am Schmerz der Kunden orientieren!”

März 19th, 2012 - 5:31 pm by Frank Krings

Kann die deutsche Buchbranche Startup? Ja, sie kann, wie der offizielle Start des “protoTYPE” auf der Leipziger Buchmesse zeigte. Mit diesem vom Börsenverein initiierten Projekt realisieren 50 Buch-Weiterdenker in Startup-Manier eine innovative Geschäftsidee. Das Endprodukt wird später gratis und als Open Source der Allgemeinheit zur Verfügung stehen. Ein großes protoTYPE-Finale findet dann auf der Frankfurter Buchmesse im Oktober statt – aber der Reihe nach: Auf dem Start-Panel am Messefreitag formulierten zunächst Teilnehmer und Sympathisanten ihre Hoffnungen an das 6-monatige Projekt. So wünschte sich Blogger & Berater Leander Wattig, dass die Verlagsbranche weiblicher, im Sinne von “kommunikativer, kooperativer” wird. Startups würden so funktionieren und eine moderne Unternehmenskultur sei auch für Verlage überlebenswichtig. Denn nur innovative Firmen könnten High Potentials als Nachwuchskräfte und Quereinsteiger (zB aus IT-Branchen) an sich binden. Andere wie Cao Hung Nguyen  (EPIDU Verlag) betonten die Notwendigkeit von digitalen Alternativen aus der Branche zu Produkten von Amazon und Co. “Wenn wir nach protoTYPE bei Amazon den Stecker ziehen könnten, das wär’s”, feixte dazu eine Sortimenterin. Wird protoTYPE am Ende zu einer “disruptiven Innovation” führen, welche die gesamte Buchbranche aufwirbelt? protoTYPE-Moderator, Verlagsberater & Blogger Erhardt Heinold hält es für möglich: YouTube Preview Image Am Messe-Samstag sollten sich die Teilnehmer dann im ersten Elevator-Pitch für sieben Geschäfstideen entscheiden. (Warnhinweis: Wer eine Allergie gegen Marketing & Techie-Sprech hat, sollte jetzt nicht mehr weiterlesen!) Zuvor stimmte Startup-Investor Christian Lüdtke von etventure (siehe Foto) die protoTYPEler noch mit Erfahrungen aus seinem Arbeitsalltag ein. Innovationen müssten im “Design Thinking” aus Kundenperspektive erdacht werden: “Neue Produkte müssen sich am Schmerz des Kunden anhand des vorhandenen Angebots orientieren!” Was mich sympathisch überraschte: Auf die Frage nach der Geheimhaltung seiner Startup-Investments antwortete Lüdtke: “Es gibt keine Geheimhaltung – alle Ideen stehen auf unserer Website! Wer sie besser & schneller umsetzen kann soll es entweder machen – oder mit uns kooperieren!” Das nenne ich mal kommunikativ & kooperativ im Wattigschen Sinne…

Was mir nach Lüdtkes straffer Session noch durch den Kopf ging: Vielleicht sollte die Verlagsbranche nicht nur weiblicher sondern auch webaffiner werden. Über die für viele Anwesenden ungewohnte Startup-Sprache twitterte Steffen Meier vom Ulmer Verlag:

There was a problem connecting to Twitter.

Nach diesem Ausflug in den Startup-Alltag wurde diszipliniert im 3-Minuten-Takt gepitcht. Sprich: Jede der 10 Projektgruppen stellte ihren protoTYPE vor. Ein Beispiel, das sowohl mich als auch paperC-Macher Martin Fröhlich & Katja Splichal begeisterte: Eine Customized Book App, mit der zu einem Thema die passenden Inhalte / Kapitel verschiedener Bücher zu einem Ebook-Mashup kombiniert werden. Content Curation – das hat Zukunft. Alle weiteren Ideen, die es bis jetzt ins Innovations-Camp geschafft haben sind hier veröffentlicht. Und wer den Weg des protoTYPE bis zur Frankfurter Buchmesse weiterverfolgen will, RSS-st jetzt einfach seinen Blog. The story continues…

(Foto: Rechte vorbehalten von Börsenverein / Andreas Abb)


Zeigt’s uns, Blogger!

Oktober 17th, 2011 - 5:21 pm by Frank Krings

Die Buchmesse ist vorbei und hat im Web ihre Spuren hinterlassen: Fotoalben auf G+ und Flickr, Videos auf YouTube und Vimeo, kuratierte Tweets via Storify und natürlich ganz viele Blogbeiträge. Ich wurde jetzt mehrfach gebeten, all das aufzusammeln und mundgerecht zu präsentieren. Aber ehrlich gebloggt gesagt: Ich bin gerade zu fertig, müde und urlaubsreif um das alles zu kuratieren. Deswegen setze ich auf euch: Bitte verlinkt in der Kommentarfunktion dieses Blogposts auf eure Beiträge. Besonders  gelungene Posts werde ich auch gerne twittern, facebooken und ganz doll liken! Danke! Ihr seid Buchmesse!

(P.S: Bitte nicht sofort ranten, wenn ein Kommentar nicht erscheint. Manche bleiben im Spam-Filter hängen und müssen freigeschaltet werden.)


Chat: Lobos Lob auf den Echtzeit-Thinktank

Oktober 13th, 2011 - 5:36 pm by Frank Krings

Netzdebatte überall: Aus einer Diskussion über den “Raum für Kreativität” wurde ein Schlagabtausch über die Relevanz des Digitalen. Dieser fand heute als “Open Talk” im Open Space der Frankfurter Buchmesse statt. Teilnehmer waren Sascha Lobo (Sascha Lobo),  Prof. Kai Vöckler (Stadtforscher), Clemens Weisshaar (Designer), Prof. Georg-Christof Bertsch (Design-Berater / Hochschullehrer HfG Offenbach), Prof. Dr. Christoph Meinel (Design Thinking /Leiter des Hasso Plattner-Instituts) und Friedrich von Borries (Autor, Architekt).

Zu Beginn sampelte Lobo die These von Richard Florida “Place does matter” im Hinblick auf den Wohnort: Menschen suchen sich zukünftig die Stadt aus, in der sie leben wollen und anschließend den passenden Job. Denn dank der digitalen Vernetzung (W-Lan-Cafés, etc.) könne man sowieso von überall aus arbeiten. Für die Kreativität selbst sei nicht die physische Verortung sondern der gemeinsame “Raum” wichtig. Idealerweise ist dieser Raum kostenlos nutzbar, ohne Öffnungszeiten und ermöglicht Echtzeitkommunikation – auch mit Menschen die physisch ganz woanders sind. Und das ist der… Chat! Den hat Lobo rhetorisch zum ortlosen “Echtzeit-Thinktank” upgegradet.

Das war den anwesenden Akademiker-Strich-Designern zu simpel. Mehrfach wurde der vielzitierte fehlende Zugang zu Internet/Trinkwasser/Bildung in großen Teilen der Welt hingewiesen. Ob Menschen ohne Trinkwasser allerdings Zugriff auf die Kreavititätsräume der anderen Teilnehmer wie “White Boards”, “rollende, Tische beklebbare Wände”, “Havanna – Postsozialismus in Amerika-Nähe” haben, darf bezweifelt werden. So spielte Sascha Lobo den Vorwurf, die digitale Sphäre sei elitär, zurück. Es hätten immer noch mehr Leute Zugang zum Internet als zum Feuilleton-Diskurs der hier versammelten Herren oder den physischen Orten der kreativen Klasse. Ich musste in dem Moment an die Rolle von Smart Phones und dem Social Web bei den arabischen Revolutionen denken. Recht hat er.


Keine Telefonate, Twitter reicht!

Oktober 12th, 2011 - 8:13 pm by Frank Krings

Übers Social Web angefragt: Leander Wattig

Dieses ganze Socialdingsbums wächst auch deswegen so rasant, weil es unser Leben unendlich viel einfacher macht. Bestes Beispiel ist die Verlegung des Networking-Events Twittwoch auf die Frankfurter Buchmesse (Hot Spot Digital Relations, Halle 6.1). Zuerst hatte der Organisator Sascha Hüsing mich einfach via  Twitter @Mention angefragt, ob Interesse besteht. Es bestand. Dann hatte er auf selbem Wege Mitorganisatorin Wibke Ladwig ins Boot geholt. Schnell wurde ein Google Doc mit möglichen Teilnehmern erstellt, in das Sascha und Wibke zeitgleich ihre Zu-und Absagen eintrugen. Teilnehmer wie Grimme-Preisträger Florian Meimberg aka @tiny_tales wurden via Twitter, Facebook oder G+ rekrutiert. Keine Telefonate, keine Anschreiben. Nur für die reine Messe-Orga mit Vertrag u.ä. waren dann doch klassische Emails nötig. Aber unterm Strich war das “eine Event-Organisation 2.0 – bis auf ein paar Emails mit Rechnungen lief alles übers Social Media”, so Sascha Hüsing. Klar, denn bis Rechnungen öffentlich im Social Web erscheinen, wird es wohl noch was dauern. Trotz Diensten wie Blippy

( P.S.: Der Twittwoch war trotz / wegen heiss gestrickter Orga ein voller Erfolg: 500 Besucher, 180 Tweets! Hashtag auf Twitter: #twfbm )