21. Februar 2010 um 13:00 Uhr von Dieter

Blog von der Buchmesse in Havanna

Die internationale Buchmesse in Havanna ist nicht nur eine der interessantesten Lateinamerikas, sondern auch das größte kulturelle Ereignis in Kuba. Eine Alphabetisierungsrate von fast 100 Prozent sorgt dafür, dass es überdurchschnittlich viele Lesehungrige auf Kuba gibt: Rund 600.000 Besucher zählt die Messe allein in Havanna, nach der Messe wird eine Auswahl der Bücher noch in ganz Kuba gezeigt. Rund 40.000 Kubaner sprechen deutsch – eine Folge der langjährigen Beziehungen zwischen der DDR und Kuba. Knapp 150 Verlage gibt es auf der Insel – nicht schlecht bei einer Bevölkerung von rund 11 Millionen Menschen. Ehrengast der Internationalen Buchmesse in Havanna ist in diesem Jahr Rußland. Dieter Schmidt, Mitarbeiter der Frankfurter Buchmesse, sowie Ute Evers, Journalistin und Übersetzerin, bloggen ihre Eindrücke von der Messe, aber auch vom kubanischen Alltag.

23. Februar 2010 um 12:51 Uhr von Ute

Am Sonntag schlossen die Tore der Fortaleza San Carlos de la Cabaña.

Die XIX Internationale Buchmesse in Havanna wurde am Sonntag feierlich beendet. In Zahlen war das große Buchfest der Verkauf von 2000 Titeln und 900.000 Exemplaren und der Besuch von 450.000 nationalen und internationalen Leseratten, so die vorläufigen Zahlen, die der Kulturminister Abel Prieto gestern verlauten ließ. Es wurden noch eine Menge Preise verliehen und Auszeichnungen an Verlage ausgesprochen. So etwa erhielt auch unsere „Perle von Matanzas“, das heißt, Ediciones Vigía, eine Auszeichnung für den künstlerisch gestalteten Stand auf der Messe.

Auch gab es runde Gründungsdaten zu feiern: Der Verlag Fondo Editorial Casa de las Américas des Kulturhauses Casa de las Américas feiert 50 Jahre und der Kinder- und Jugendverlag Editora Abril feiert 30.

In unseren Berichten wurde schon mehrmals darauf hingewiesen, dass die Buchmesse vor allem für die kubanische Bevölkerung eine Möglichkeit ist, Neuerscheinungen zu erstehen, obwohl, das sei kurz erwähnt, die Belieferungen der Buchhandlungen über das Jahr verteilt einigermaßen gut funktioniert. In Havanna gibt es 46 Buchhandlungen, die bereits eine Woche vor Messebeginn mit sämtlichen Neuerscheinungen ausgestattet wurden, um den großen Andrang auf dem Messegelände etwas zu entlasten. Aber ähnlich wie auch in Frankfurt am Main, besticht die Messe eben auch dadurch, die teilweise „druckfrisch aus der Presse“ stammenden Bücher mit der Unterschrift der Autoren versehen zu lassen.

Wie sehen das Buchereignis andere Teilnehmer, die weder einfache Besucher noch Preisträger derselben sind? Ich suchte mir aus dem Kreis der kubanischen Intellektuellen die Schriftstellerin, Essayisten und Literaturprofessorin Margarita Mateo Palmer aus, die an verschiedenen Buchpräsentationen teilnahm. Ich bat sie, mir kurz ihre Einschätzungen zu folgenden Fragen zu geben:

- Was bedeutet für Margarita Mateo die Buchmesse in ihrem Land?

Ohne Zweifel, ist die Buchmesse in Kuba unser größtes kulturelles Ereignis. Aber nicht nur, weil man fast alle Neuerscheinungen des Landes innerhalb von wenigen Tagen erstehen kann. Es sind auch die Veranstaltungen um die Messe herum. Neben den zahlreichen Buchpräsentationen, Autorengesprächen und ähnlichem, tut sich vor allem auch die „Tribu de la Palabra“ hervor. Eine Freilichtbühne, an welcher sich mehrere Male am Tag während der gesamten Messe Schriftsteller, darunter vor allem Poeten, zusammenfinden, um abwechselnd aus ihren Werken zu rezitieren.

Für mich waren das fast die schönsten Momente in diesen Tagen. Auf dieser Tribüne des Wortes wird sich tatsächlich auf die reine Lektüre konzentriert. Man lauscht entspannt der Rezitation der Poeten, von Literaturpreisträgern bis zu den jüngsten Talenten, ohne sich Notizen machen oder ohne anschließenden Stress, sich in der Schlange des Buchverkaufs anstellen zu müssen.
- Und was sagen Sie über die Auswahl der Ehrenautoren in diesem Jahr?

Mich erfüllte die Auswahl der Ehrenautoren dieses Jahr mit großer Freude: Reynaldo González, Literaturnationalpreisträger 2003, ein glänzender Schriftsteller und Essayist, der ein großartiges Werk vorweisen kann. Und María del Carmen Barcia, Nationalpreisträgerin für Sozialwissenschaften 2003, erfüllte mich mit einem gewissen weiblichen Stolz, handelt es sich doch hier um einen Sektor, der noch immer von männlichen Kandidaten dominiert wird. Und mit Barcia wurde einer ausgezeichneten Frau des Fachbereiches die Ehre erwiesen.

Mit Ambrosio Fornet, das möge auch noch erwähnt werden, erhielt ein verdienter kubanischer Intellektueller den Nationalpreis für Literatur 2010.

Übrigens bedeutet die Ehrung eines Schriftstellers bzw. Intellektuellen im Rahmen der Buchmesse, neben den Feierlichkeiten, zum einen die Neuauflage seiner Werke, was, zum anderen, die Folge hat, dass das Gesamtwerk, und nicht etwa nur die Neuerscheinungen, einmal mehr von der Literaturkritik wahrgenommen und analysiert werden kann.

- Und das Gastland?

Selbstverständlich sind die Gastländer für sich jedes Jahr eine Besonderheit. Doch mit Russland als Gastland kam noch eine andere Komponente hinzu, wie sie es vielleicht vorher noch nicht gegeben hat. Durch die lange Trennung von Russland und Kuba (fast 20 Jahre. Die Red.), war diese XIX. Auflage der Internationalen Buchmesse nämlich auch ein ‚Wiederfinden’ vor einem kulturellen Hintergrund.

Man sollte nicht vergessen, dass die russische Literatur in Kuba damals viel gelesen wurde, von seinen Klassikern bis hin zur zeitgenössischen Literatur.

Die kulturelle Verbundenheit zwischen Russland und Kuba hat nicht zuletzt das Theoretische Kulturzentrum Criterios, namentlich Desiderio Navarro, mit der Veröffentlichung der Anthologie El pensamiento cultural ruso en Criterios. De 1972 – 2008, verdeutlicht, in der Navarro russische Denker versammelt, die in dieser Zeitspanne in Kuba auf verschiedene Weise publiziert wurden – trotz aller Schwierigkeiten.

Auch wenn beide Kulturen grundverschieden sind, hat die russische Kultur im positiven Sinne in der kubanischen Literatur, im kubanischen Kino bis in unsere Gesellschaft Spuren hinterlassen: viele Kubaner studierten in der damaligen Sowjetunion, es entstanden russisch-kubanische Familien und so weiter..

Jetzt wandert die Buchmesse noch bis Anfang März über die Insel, wo sie an 15 weiteren Städten Station hält, der letzte Aufenthalt wird in Santiago de Cuba sein, nach Havanna die wichtigste Stadt Kubas.

So, das wars in Kürze für dieses erste Jahr eines Blogs aus Kuba. Aufgrund vieler Schwierigkeiten, wie Stromausfall, Probleme im Telefonnetz, „cosas de lo real maravilloso americano“, und nicht zuletzt die zeitliche Differenz, konnten wir die Texte nicht immer pünktlich nach Deutschland schicken.

Herzliche Grüße, Eure Ute Evers aus Havanna.

M. Mateao und Jorge Angel Perez

22. Februar 2010 um 11:28 Uhr von Ute

In Kuba hat die Debatte über Genmanipulation begonnen.

Die Themenvielfalt auf der Buchmesse in Havanna zeigte sich einmal mehr im Rahmen der Buchpräsentationen „Die Bäume und der Wald. Text und Kontext der kubanischen Bioethik.“ von José R. Acosta Sariego und „Genmanipulationen. Was gewinnen wir? Was verlieren wir?“, von Fernando Rafael Funes-Monzote, Ingenieur für Landwirtschaft, der an der Universität von Matanzas lehrt, und Eduardo Francisco Freyre Roach, Professor der Philosophie, Agrarsoziologie und Bioethik an der Universität für Landwirtschaft in Havanna (UNAH).

Vor dem Saal Carlos J. Finlay, nach dem kubanischen Arzt benannt, der den Überträger für Gelbfieber entdeckte, war der Andrang groß, nur mit viel Mühe konnte ich mir noch einen Stuhl in der hintersten Reihe ergattern.

Das Buch über Genmanipulation bildete den Schwerpunkt der Veranstaltung. Es handelt sich um Beiträge von 17 Wissenschaftlern aus verschiedenen Fachbereichen, die die Naturwissenschaften, Philosophie, Soziologie und Medizin/Biomedizin umfassen.

„Das Ziel dieses Buches ist es“, so Fernando Rafael Funes in seiner Präsentation, „in der kubanischen Gesellschaft eine offene Debatte über das Thema anzustoßen. Auch wenn wir es nicht wahrhaben wollen, sind gentechnologisch veränderte Nahrungsmittel längst eine Realität in Kuba.“

Die Vorbehalte der in diesem hochaktuellen und spannenden Band versammelten Autoren sind nicht nur wissenschaftlicher, sondern auch ethischer Natur. Und „da stehen wir nicht alleine, denn immer wieder hört man von Demonstrationen gegen Genmanipulation aus anderen Ländern, die aus der Zivilbevölkerung kommen.“

Auch „wenn das Buch polemische Diskussionen auslösen kann“, betont Funes Monzote, so sei dies keineswegs das Anliegen des Buches. Es soll vielmehr zu einer „gesunden, fruchtbaren und partizipativen“ Debatte führen, die dazu beitragen will, „unseren Kindern eine humane, eine lebenswerte Welt zu hinterlassen. Und dafür setzen wir uns ein, in der Hoffnung, nicht durch ähnliche Repressalien blockiert zu werden, wie es in Brasilien der Fall war.“

Wie zu erwarten, gab es im Anschluss Reaktionen aus dem Publikum, die der Veranstaltung eine gewisse Dynamik verlieh. Ein leitender Forscher des Zentrums für Genetik und Biotechnologie (CIGB) aus Havanna unterstrich die Notwendigkeit einer offen geführten Debatte, kritisierte aber, dass der Sammelband zu einseitig sei und Gegenpositionen nicht zu Wort kommen ließ. Das gezeichnete Panorama sei zudem derart pessimistisch, „dass man sich gar nicht mehr traue, überhaupt irgend etwas zu konsumieren.“1

Auch wenn diese Bemerkung das Publikum einige Lacher abgewinnen konnte, identifizierte sich die Mehrheit des Publikums mit den Autoren des Buches, die sie am Ende mit einem nicht Enden wollenden Applaus belohnten.

Für mich gehört dieses Buch zu den wichtigsten Publikationen, die auf dieser XIX Auflage der Internationalen Buchmesse in Havanna präsentiert wurden. Es ist ein mutiges und gleichzeitig auch notwendiges Buch. Ich wünsche den Forschern dieses Sammelbands, das sie ihr Ziel erreichen: eine konstruktive und offene Debatte nicht nur im Kreise von Spezialisten, sondern in Einbezug der kubanischen Bevölkerung führen zu können und dass sich die Debatte nicht im Sand verliert, wie es der Fall war mit der Debatte 2008 über die Kulturpolitik der so genannten „Grauen Fünf Jahre“ (1970-1975) in Kuba.

Das wars mal wieder für heute.
Eure Ute Evers

PS Heute Abend erreichte mich ein Anruf von Fernando, der mir überaus zufrieden mitteilte, dass sein Buch nach der Veranstaltung zu dem meist verkauften Band des Standes wurde. Allein nach der Veranstaltung wurde 65 Exemplare verkauft.

Hier die biografischen Angaben zu dem besprochenen Buch:

Transgénicos. ¿Qué se gana? ¿Qué se pierde?
Textos para un debate en Cuba.
Compilados por:
Fernando R. Funes-Monzote und Eduardo F. Freyre Roach.
Publicaciones Acuario, Centro Félix Varela, La Habana 2010.

Von Fernando R. Funes-Monzote erschien 2009 der spannende Band über die kubanische Landwirtschaft und Alternativen für einen ökologischen Anbau, unterstützt von der Schweizerischen Agentur für Entwicklung und Zusammenarbeit:

„Agricultura con futura. Una alternativa agroecológica para Cuba.“
Estación Experimental Indio Hatuey, Universidad de Matanzas, 2009.

1Das CIGB, das sei nebenbei bemerkt, ist das wichtigste kubanische Forschungszentrum in Genetik und Biotechnologie überhaupt, das Kuba, nicht nur durch die Forschung selbst, sondern auch durch die Eigenproduktion von Impfstoffen Unabhängigkeit von den großen ausländischen Konzernen ermöglicht.

22. Februar 2010 um 11:11 Uhr von Ute

Der unabdingbare Messebegleiter: El Cañonazo. Ein Redaktion.

Für die meisten Kubaner ist die Buchmesse das kulturelle Ereignis überhaupt im Jahr. Nationale Neuerscheinungen und Bücher aus anderen Ländern, die man nicht immer in den Buchhandlungen der Insel erhält, machen die Messe förmlich zu einem magischen Anziehungspunkt. Es sind aber auch die zahlreichen kulturellen Veranstaltungen, welche die Messe zu einem attraktiven Ereignis machen.

Was wären diese Veranstaltungen jedoch ohne das täglich erscheinende Messeblatt el Cañonazo? Der unabdingbare Leitfaden für jeden Messebesucher informiert über das Kulturprogramm, das sich auf die sechs großen Hörsäle der kolonialen Festung San Carlos de la Cabaña verteilt, nebst der Freilichtbühne Tribu de la Palabra, die zwischen den mächtigen Mauern der imposanten Festung liegen. Jeder Besucher erhält am Eingang das vierseitige Messeblatt, das etwa im Format einer deutschen Tageszeitung erscheint.

Auch für mich ist es seit meinem ersten Besuch auf dieser Buchmesse vor nunmehr zehn Jahren zu einem wichtigen Requisit geworden. Nicht zuletzt kann man daraus Tendenzen ausmachen, die durchaus ein Spiegel dessen sind, was sich im kulturpolitischen Rahmen auf der sozialistischen Insel bewegt.

Daher die Idee, el Cañonazo einmal einen Besuch abzustatten. Das Büro des Messeblatts befindet sich in der ehemaligen Comandancia des Ernesto „Che“ Guevara, das heißt, inmitten des Messegeschehens.

Mein Gesprächspartner ist Daniel Díaz Mantilla, Koordinator der Redaktion, Journalist und vor allem ein hervorragender Dichter. Ich lernte ihn übrigens im Jahre 2008 kennen, als er zusammen mit den Schriftstellern Leonardo Padura, Rogelio Riverón und Alexis Díaz Pimienta offiziell mit der kubanischen Delegation an der Frankfurter Buchmesse teilnahm.

Daniel sieht übermüdet aus. Der Redaktionsschluss ginge oft bis in den frühen Morgen. So war es auch letzte Nacht. Im Moment schlafe er nur vier Stunden.

Unter den Artikeln des Messeblatts, beginne ich meine Unterhaltung mit ihm, lese ich viele Namen von Schriftstellern, so etwa Raúl Flores, Erzähler, Zurelys López Amaya, Poetin, Andrés Mir, Poet, Edel Morales, Erzähler, Basilia Papastamatíu, Poetin, und nicht zuletzt seinen Namen.

„Ja, das stimmt“, bestätigt er mir den Eindruck, „vor jeder Messe überlegten wir uns sorgfältig, wen wir mit in unser ‚Redaktionsboot’ aufnehmen sollten. Oberstes Gebot ist es natürlich, schreiben zu können, aber eben auch etwas von Literatur zu verstehen. Und da wir auf letzteres großen Wert legen, fiel irgendwann die Entscheidung, in erster Linie Schriftsteller anzuheuern.“ Und die Fusion von Journalismus und Literatur sei eben auch eine spannende Sache, denn „während wir in unserem literarischen Schaffen auf Ästhetik konzentriert sind, zwingt uns der Journalismus dazu, in Kürze informativ das Wesentliche zu schreiben.“

Worin besteht die hauptsächliche Funktion des Messeblatts?

„Das offizielle Reglement besagt, dass wir über die Messeveranstaltungen informieren sollen. Das interessante und stimulierende an diesem Blatt ist, dass wir die Leser, neben den Ankündigungen über die Buchpräsentationen, eben auch über die neuesten literarischen Tendenzen informieren können.“

Ist die Internationale Buchmesse in Havanna eine Plattform für den intellektuellen Dialog? Die kubanischen Intellektuellen nutzen die Buchmesse in der Tat immer mehr, um sie als Plattform zur Debatte zu benutzen“, antwortet mir Daniel nach einer längeren Pause.

Obwohl „ich nicht glaube, dass das wirklich von der Messeorganisation eingeplant wird.“, fügt er dann hinzu. „Das geschähe vielmehr aus der Eigendynamik der Veranstaltungen selbst heraus. Und dann nehmen sich eben die Referenten die Freiheit, eine Debatte zu eröffnen.“

El Cañonazo ist eine Beilage der Zeitschrift für Literatur und Bücher La Letra del Escriba, die vom Kulturzentrum Dulce María Loynaz herausgegeben wird. Und wie bei el Cañonazo sind die Autoren dieser Zeitschrift auch alle Literaten. Im Internet steht sie unter www.cubaliteraria.cu/revista/laletradelescriba .

— Es sei mir am Schluss ein kurzer historischer Einschub gestattet, um auf die Genese des seltsamen Namens El Cañonazo, Der Kanonenschuss, einzugehen.

So geschah es, dass am 12. August 1762 die Engländer Havanna einnahmen. Diese hielten sie für knapp ein Jahr belagert, bis sie wieder von den Spaniern eingenommen wurden. Die Engländer gaben Havanna im Tausch für Florida zurück.
Nach ihrer Rückkehr fingen die Spanier mit dem Bau der Festung Carlos de la Cabaña an, dort, wo nun die Bücherstände stehen. Noch bis heute wird um Punkt 21 Uhr ein Kanonenschuss abgefeuert. Es wird somit eine Tradition der Engländer aufrechterhalten, die um diese Uhrzeit mit dem Schuss die Schließung der Tore der Stadt Havanna ankündigten. —

Dies für heute aus Neu-Vedado,
Eure Ute Evers

PS Wir haben übrigens seit heute wieder Telefon und somit Internetanschluss. Der Strom kehrte zwar relativ schnell wieder zurück, doch die Telefonleitung war bis heute Früh defekt. Ich glaube, es war das erste Mal in meinem Leben, dass ich erfreut von einem schrillen Telefonklingen aufgeweckt wurde!

17. Februar 2010 um 09:18 Uhr von Ute

Die kleine Perle aus Matanzas.

Heute habe ich mich auf die Suche nach einem Verlag gemacht, der mir schon aus den Vorjahren her bekannt ist. Leider habe ich ihm aber nie wirklich die Aufmerksamkeit gewidmet habe, die er verdient. Das möchte ich nun hiermit nachholen.

Es ist wahrlich nicht einfach, unter den zahlreichen Ständen, zwischen den massenhaften Besuchern in den oft schmalen Gängen der Festung San Carlos de la Cabaña Perlen ausfindig zu machen, wird man doch eher von den großen Plakaten, den großen Namen geleitet, ohne seine Neugierde dem Unbekannten, Stillen zu öffnen.

Die Rede ist von Ediciones Vigía, ein Verlag aus Matanzas, der Stadt der Brücken, am Río San Juan und zwischen Havanna und Varadero gelegen.

1985 von dem Künstler, Grafiker und Dramaturgen Rolando Estévez gegründet, hat es sich der Verlag zum Ziel gemacht, Literatur auf natürliche Weise zu präsentieren: Aus den verschiedensten Pflanzenarten, Textilien und Metallen stellt der Verlag jährlich 200 Exemplare pro Titel her.

Nicht ohne Stolz erzählt mir die Verlegerin Gladys Mederos, dass sie mittlerweile 9 Reihen vorweisen können, darunter Prosa, Poesie, Essays, Theater, Musik und, selbstverständlich, Kinderliteratur. Ediciones Vigía ist ein wahres Kunstprojekt, das Literatur, Verlagskunst und Ästhetik nicht nur mit Professionalität, sondern auch mit einer Liebe zum Detail vereint.

Ediciones Vigía stellen fantasievoll editierte Bücher her, die hohe Literatur zu einem literarischen KUNSTwerk machen, wie etwa ein dem Schriftsteller Reynaldo González, diesjähriger Ehrenautor auf der Buchmesse in Havanna, gewidmeter Band. Seit Anfang der 1990er Jahren erscheint zudem eine Literaturzeitschrift.

Entzückt von der Schönheit der Bücher stellt sich mir sofort die Frage, wer die Leser, dito Käufer, dieser kleinen Kunstwerke sind? Denn günstig sind sie, verständlicherweise, eben auch nicht. Mir war eigentlich nicht wohl bei dieser Frage, denn zum einen weiß man ja, dass kleine Verlage per se immer irgendwie ums Überleben kämpfen müssen und, zum anderen, die weltweite Finanzkrise geht an Kuba eben leider auch nicht vorbei.

Gladys hatte mit der Frage mitnichten Probleme: „Nun, einmal haben wir einen kleinen Kreis von Liebhabern, die sich unsere Bücher kaufen. Aber das ist immer abhängig von Autoren und Themen. Vor allem sind es verschiedene Bibliotheken der Insel, die sich regelmäßig Neuerscheinungen zulegen. Daneben reagiert der Verlag auf Aufträge, von, beispielsweise, dem Kulturministerium.“ Und auch die Nähe zur Touristenhochburg Varadero trüge dazu bei, dass sich das eine oder andere Exemplar als Souvenir in die Hände von Besuchern der Stadt verliert. In Buchhandlungen kann man die Bücher indes nicht erstehen.

So hat der Verlag die nunmehr 25 Jahre überlebt.

Während unseres Gesprächs hat sich eine Gruppe von Kindern dem Stand genähert, so dass Gladys unser Gespräch unterbrechen musste und den neugierigen Kindern ein Buch des Nationaldichters und Befreiungskämpfers José Martí erklären musste. Ich war selbst so sehr davon eingenommen, dass es mir nicht in den Sinn kam, die staunenden Kinder zu fotografieren. Ja, man wird selbst schon fast wieder zum Kind, wenn man sich auf die Entdeckungsreise dieser gleichermaßen kunstvollen wie entzückenden Bücher macht und die Schönheit von Literatur auf eine neue Weise entdeckt.

Dies ist ein unbedingter Tipp für das Einladungsprogramm der Frankfurter Buchmesse.

Es grüßt Euch herzlich und direkt von der Feria del Libro,
vom Stand der Frankfurter Buchmesse,
Eure Ute Evers.

Adresse:
Ediciones Vigía
Magdalena N°1, Plaza de la Vigía.
Matanzas. Kuba
Tel.: (0053-45) 244845
Email: vigia@atenas.cult.cu

Raritäten – nicht nur auf Kuba

La Vigia, Buchmesse Havanna 2010

16. Februar 2010 um 02:19 Uhr von Dieter

Ungewisse Zukunft

Schaut man über die Silhouette von Havanna, so ragt deutlich sichtbar ein markantes Gebäude heraus. Höher als alle anderen und sichtlich geschwungen, und würde man es von oben betrachten, so könnte man den Grundriss eines aufgeschlagenen Buches erkennen. Das Focsa-Gebäude war bei seiner Fertigstellung Mitte der 50er Jahre eines der modernsten Bauwerke Lateinamerikas. Zusammen mit dem Tunnel unter dem Hafen von Havanna, einer Brücke in der Nähe von Matanzas und neuen Hotels sollte Focsa den Aufbruch des Landes in die Moderne signalisieren – und gleichzeitig von Diktatur und Mafia ablenken, die in jenen Jahren das Land beherrschten.

Knapp 3.000 Menschen wohnten zwischenzeitlich in den über 30 Stockwerken. Und theoretisch hätten sie das Gebäude gar nicht mehr verlassen müssen. Die Geschäfte im Erdgeschoss boten Waren aller Art, ein Kino- und Theaterraum sorgt für ein Freizeitprogramm und natürlich gibt es auch Restaurants. Eines davon, das Luxusrestaurant in der Spitze des Turms, sei allerdings, so ein Bewohner, soweit weg, wie der Mond. Leisten kann es sich nur eine Minderheit.

Doch seit einiger Zeit ist es ruhig geworden. Der ehemals stark frequentierte Eingangsbereich scheint fast verwaist. Das Focsa wird renoviert. Im Moment wohnen nur noch 60-70 Familien in dem Gebäude. Alle sind sie Eigentümer ihrer Wohnungen. Der Rest musste den Arbeiten weichen. Rückkehr ungewiss. Denn das Gerücht macht die Runde, dass das Gebäude an einen ausländischen Investor verkauft werden soll. Nachprüfen kann es niemand, doch Klarheit über die Planungen für die Zukunft sind auch nicht zu erhalten. Die Frage, wie es langfristig weitergehen soll, stellt sich in Kuba aber ja nicht nur für ein einzelnes Gebäude.

16. Februar 2010 um 02:09 Uhr von Dieter

Der Ansturm der ersten Tage

Das erste Wochenende der Messe ist vorüber. Welch ein Ansturm. Die Messe hier in Havanna war schon immer ein großes Volksfest. Doch dieses Wochenende war ungewöhnlich. Schon am Freitag, dem erste Messetag war zeitweise kaum ein Durchkommen. Alles aber nur ein Vorgeschmack auf den Samstag und Sonntag. Es war kühl, Wochenende, Ferienende und am Sonntag war zudem noch Valentinstag, ein in Kuba wichtiger Tag. Alle möchten an diesem Tag etwas Besonderes machen. Ideal also für einen Messebesuch.

Doch dieser bestand auch aus Schlange stehen. Ein großes Gebäude in der Festung ist für die Messebuchhandlung reserviert. Und obwohl es sicherlich zehn Räume sind und weit über 1.000 Personen gleichzeitig einkaufen können, musste man zeitweise über ein Stunde ausharren, bis man endlich rein konnte. An anderen Ständen, vor allem bei kubanischen Kinderbuchverlagen und den beiden mexikanischen Großhändlern sah es nur unwesentlich besser aus. Das Interesse an Büchern ist riesig, kaum jemand geht ohne Bücher nach Hause.

Aber auch an den Veranstaltungen, Lesungen, Buchpräsentation oder Diskussionen, die hier jeden Tag stattfinden. Nadine Gordimer war hier. Natürlich überfüllt.
Etwas unglücklich verlief die Präsentation von Ilija Trojanows kubanischer Übersetzung seines Bestsellers „Der Weltensammler“. Pünktlich zu Beginn fiel der Strom aus. Der Veranstaltung fand im Dunkeln und ohne Mikrophon statt. Schade, denn so konnte man der Vorstellung nur schlecht folgen.

Am deutschen Gemeinschaftsstand war ebenfalls viel los. Über Stunden riss der Strom der Menschen nicht ab, wurden die Kinderbücher, die Comics oder literarischen Neuerscheinungen angeschaut oder auch kurz angelesen. Und genau dafür sind wir ja auch gekommen.

Gemeinschaftsstand der deutschen Verlage

13. Februar 2010 um 00:48 Uhr von Ute

Eröffnung der Buchmesse. Ein Bericht mit Hindernissen.

Kaum, will ich diesen Blog anfangen zu schreiben, fällt der Strom aus! Es ist schon seit Gestern sehr windig in Havanna und das bedeutet, dass die Stromnetze sehr anfällig sind. Offensichtlich sind die Netze in Stadtteil Neu-Vedado besonders empfindlich. Ich schreibe also nun, solange die Stromversorgung über die Batterie meines Laptops ausreicht. Wenn ich Glück habe, kehrt der Strom früher zurück. Eine Kerze spendet mir neben dem Bildschirm ausreichendes Licht, zu aller Not ist es stockdunkel draußen.

Nun, kehren wir zur offiziellen Eröffnung der XIX. Internationalen Buchmesse am gestrigen Tag zurück, zu der nur geladene Gäste erwartet wurden. Die Vorsichtsmaßnahmen, die seit je sehr strikt sind in Kuba, erreichten dieses Mal ihren Höhepunkt. Trotz offizieller Akkreditierung im Internationalen Pressezentrum in Havanna (CPI) reichte mein Presseausweis, wie es Jahre zuvor immer war, nicht aus. Nach einigem Hin und Her, ich war schon kurz davor, meinen Weg Richtung Havanna anzutreten, kam der Assistent des leitenden Direktors des Pressezentrums auf uns zu. Wir, das heißt, die geduldig wartenden Journalisten, erhielten Eintritt. Das war also noch einmal gut gegangen! Vor dem Haupteingang tummelten sich bereits andere kubanische und internationale Presseleute, viele russische Kollegen waren darunter. Die Vizepräsidentin der Cámara del Libro Cubano bestätigte mir meinen ersten Eindruck: das Gastland Russland hat, verglichen mit anderen Gastländern in den Vorjahren, unglaublich viele Journalisten mitgebracht, mehr als geplant.

Die Eröffnungsfeier lief dann eher unspektakulär ab. Es war vor allem schön, wieder alte Bekannte zu treffen, wie etwa den Dichter und Journalisten Daniel Díaz Mantilla, der 2008 mit der kubanischen Delegation zur Frankfurter Buchmesse kam, Edel Morales, Schriftsteller und Direktor des nunmehr fünfjährigen Kulturzentrums Centro Cultural Dulce María Loyna, der ebenfalls vor einigen Jahren in Frankfurt war, oder auch Ambrosio Fornet, Nationalliteraturpreisträger 2010, den ich erst vergangene Buchmesse kennen und schätzen gelernt habe.

Die Redner waren respektive, die Ehrengäste der diesjährigen Buchmesse María del Carmen Barcia (kubanische Historikerin) und Reynaldo González (kubanischer Schriftsteller, Essayist), die neue Präsidentin der kubanischen Buchkammer Zuleica Romay. Und für die russische Seite sprach Serguei Lavrov, Kanzler der Russischen Föderation.

Das kubanische Orchester Orquesta Sinfónica Juvenil spielte Werke russischer Komponisten und der russische Jazzist Igor Butman präsentierte dem Publikum ebenfalls schwungvolle Rhythmen.

Im Folgenden nun eine Reihe von Fotos, die vielleicht mehr ausdrücken als Worte, vor allem drängt auch die Zeit: der Batteriestand steht auf fast leer und weit und breit kein Strom in Sicht.

13. Februar 2010 um 00:18 Uhr von Ute

Ein Kulturhaus mit Geschichte

Wenige Stunden vor der Eröffnung der Buchmesse besuchte ich die Casa de las Américas (Das Haus der Amerikas), um mir die Kunstausstellung „De Haiti a México: Revoluciones en (bi)centenerio“ anzusehen. Es handelt sich dabei um eine Auswahl von Werken aus Argentinien, Kolumbien, Chile, Haiti und Mexiko, sich dem Thema der Unabhängigkeitskämpfe in Lateinamerika und der Karibik widmen. Die Casa de las Américas reiht sich somit in die Festlichkeiten der Zweihundertjahresfeiern der Unabhängigkeit Lateinamerikas und der Karibik ein.

In den hellen Ausstellungsräumen traf ich auf Reinier Pérez-Hernández, einer der insgesamt sieben Verlagslektoren des renommierten Kulturhauses, unter den Kubanern kurz „La Casa“ genannt. Reinier Pérez ist vor allem für das Lektorat der mit dem Literaturpreis Premio Casa ausgezeichneten Bücher zuständig.

„Auf der Buchmesse werden stets die im Vorjahr prämierten Bücher in einer eigenen Ausgabe der “Casa” präsentiert“, klärte mich Reinier auf, woraufhin er mir eine Einladung für die diesjährige Präsentation der Premios Casa 2009 gab, die in dem nach dem kubanischen Poeten benannten Saal Nicolás Guillén auf dem Gelände der Festung San Carlos de la Cabaña stattfinden wird, dort, wo die Internationale Buchmesse seit nunmehr zehn Jahren stattfindet.

Er werde ebenfalls daran teilnehmen, denn die interne Politik der Casa erlaubt es, dass der Lektor jeweils sein Buchprojekt dem Publikum vorstellen kann. „Das ist eine Form, die eher unsichtbare, nicht selten mühevolle Arbeit des Lektors öffentlich anzuerkennen.“ Und dies geschehe nicht nur während der Buchmesse, sondern das ganze Jahr über. Das heißt, „wenn ich also durchschnittlich vier Bücher pro Jahr lektoriere, beinhaltet dies auch eine Buchpräsentation, wenn nicht gerade Spezialisten oder der Autor selbst das Werk vorstellen möchten.“

Das Gespräch wurde zunehmend interessanter, so dass wir die übrigens sehr interessante Ausstellung bald verließen und unsere Konversation ins Café Literario auf der 23., Ecke Avenida de los Presidentes, verlegten, dort, wo die Bohème der kubanischen Hauptstadt sich gerne trifft.

Es war zwar voll, die Nähe zu den beiden Avenidas war auch nicht zu überhören, doch wir fanden schließlich zwei leere Stühle und das anregende Gespräch mit Reinier ging nahtlos weiter.

Die Casa de las Américas, von dem Dichter und Essayisten Roberto Fernández Retamar seit 1986 angeführt, ist ohne Zweifel die Grande Dame der Kulturinstitute auf der Insel: mit dem Sieg der kubanischen Revolution 1959 von Haydee Santamaría (1923-1980, Revolutionärin der Bewegung 26 de Julio) gegründet, ist ihr höchstes Ziel immer gewesen, alle Ausdrucksformen der Künste Lateinamerikas und der Karibik zu fördern und zu verbreiten.

Auf der Homepage (www.casadelasamericas.org) kann sich jeder selbst ein Bild von dem Kulturhaus und seinen reichhaltigen Angebot machen, das, so scheint es, im Rahmen seiner Möglichkeiten als staatliche Institution eine überzeugende kulturelle Plattform darstellt.

11. Februar 2010 um 08:59 Uhr von Dieter

Buchmesse Havanna

Seit vorgestern bin ich wieder in Havanna. Zum vierten Mal werde ich hier auf der Internationalen Buchmesse den Gemeinschaftsstand der deutschen Verlage betreuen. Bis zur Eröffnung am Donnerstag muss alles stehen, die Bücher eingeräumt, die Grafiken angebracht und der Stand dekoriert sein. Inzwischen kenne ich die Messe, weiß, wie sie funktioniert, kenne die Mitarbeiter und bin selbst auch als Organisator des deutschen Stands vertraut.

Und doch bin ich bei aller Routine gespannt auf die nächsten Tage. Was für Überraschungen, Neuigkeiten oder auch Probleme erwarten mich? Denn die Buchmesse in Havanna ist in vielerlei Hinsicht eine ungewöhnliche Messe: Das beginnt schon mit dem Veranstaltungsort. Wer eine funktionale Messehalle erwartet, sieht sich schon bei der Anfahrt getäuscht. Der Weg führt hinauf zur Fortaleza de San Carlos de La Cabaña, der alten spanischen Festungsanlage über dem Hafen. Hier in diesem einzigartigen Ambiente sind die Stände in den vielen kleinen und großen Räumen der Festung untergebracht.
Ungewöhnlich auch, dass sich in den nächsten Tagen wieder etwa 600.000 Besucher durch die Stände drängen werden, um dann am Ende etwa 1,5 Millionen Bücher gekauft zu haben. Kuba ist ein Leseland. Hier merkt man die für die Karibik hohe Alphabetisierungsrate von fast 100%. Zum Kauf animiert wird das Publikum auch durch die große Anzahl von Neuerscheinungen, die kurz vor der Messe erscheinen und durch die gegenüber den Ladenpreisen verbilligten Bücher.
Ungewöhnlich auch, da die Messe für Kuba ein organisatorischer Kraftakt ist. Denn Kuba, und das ist im Alltag nicht zu übersehen, ist ein armes Land. Umso beachtlicher immer wieder, mit welchem Aufwand diese größte Kulturveranstaltung des Landes in jedem Jahr organisiert und durchgeführt wird.
Außergewöhnlich für Kuba ist auch der Raum, den die Messe für Buchpräsentationen, Diskussionen und Veranstaltungen bietet. Denn Kuba wird nicht zu Unrecht u.a von den Reportern ohne Grenzen massiver Einschränkungen der Menschenrechte und der Meinungs- und Pressefreiheit beschuldigt. Während der Messe und auf dem Messegelände finden sich aber immer wieder Möglichkeiten und Gelegenheiten für Diskussionen und auch Veranstaltungen, die ansonsten so nicht oder nur schwer möglich wären.
Beachtenswert ist auch die Arbeit und das Engagement der Cámara Cubana del Libro, der kubanischen Buchkammer, internationale Kontakte aufzubauen und sich zu professionalisieren. Zu bemerken ist dies auch an den kleinen Veränderungen. So hat die Messe in diesem Jahr erstmals ein kleines Fachbesucherzentrum organisiert. Eine Möglichkeit für die Fachbesucher, sich abseits des Messetrubels zu treffen, zu reden und auch Geschäfte zu machen. Hierbei macht sich sicher auch bemerkbar, dass Kuba als eines der wenigen armen Länder in jedem Jahr mit einem kleinen Stand auf der Frankfurter Buchmesse dabei ist.

Ich jedenfalls freue mich schon auf die Begegnungen und Gespräche mit Autoren, Kollegen und Besuchern und den vielen Eindrücken der nächsten Tage.

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