Claudia Dobry
Claudia Dobry studierte Orientalistik und Germanistik. Seit 2004 verstärkt sie das Team für die arabische Welt bei der Frankfurter Buchmesse. Sie betreut die Deutschen Gemeinschaftsstände auf den internationalen in Kairo und Abu Dhabi und ist neuerdings für die Aussteller aus Südasien zuständig.
Februar 18th, 2011 - 11:25 am by Claudia Dobry
Eine Woche nach dem tatsächlichen Tag der Entscheidung hält die euphorische Stimmung in Ägypten an. Alle, mit denen ich diese Woche telefoniert habe, sind überglücklich und freuen sich über die neu gewonnene Freiheit nach dem Sturz des Regimes. Es ist schön zu sehen, welche Pläne sie für die Zukunft haben und wie tatkräftig sie sie angehen. Ich habe großen Respekt vor dem, was die Ägypter in den letzten drei Wochen geleistet haben und in Zukunft auch noch leisten werden.

Das neue Messegelände Kairo
In dieser Woche erhielten wir dann von den Organisatoren der Cairo International Book Fair die Nachricht, dass die Messehallen wieder geräumt werden sollen. Gestern konnte nun nach drei Wochen auch der Deutsche Gemeinschaftsstand abgebaut werden. Meine Kollegen vor Ort haben das übernommen – und wie mir von ihnen zurückgemeldet wurde, haben sich in der Zwischenzeit besonders Titel unserer Buchkollektionen größter Beliebtheit erfreut. Jedenfalls haben ein paar gefehlt…
Na, ja, wenn ich das nächste Mal nach Kairo reise und viele Ideen aus den Titeln der Kollektion „Sonnige Aussichten. Grüne Architektur heute!“ umgesetzt wurden, z.B. Dächer mit Gras bewachsen und neue Häuser nach ökologischen Gesichtspunkten entstanden sind, dann hat die bisher nicht stattgefunden Messe doch auch ihre Wirkung gezeigt!
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Februar 4th, 2011 - 3:31 pm by Claudia Dobry
Es ist wieder Freitag und es ist wieder ein Tag der Entscheidung in Kairo. Vor einer Woche erlebte ich noch den Beginn der größten Demonstrationen in der Geschichte Ägyptens von einem Hotelzimmer in Zamalek aus. Ich war nach Kairo gereist, weil ich auf der dortigen internationalen Buchmesse den Deutschen Gemeinschaftsstand betreuen sollte. Doch die Demonstrationen nahmen solche Ausmaße an, dass mich die Firma ohne Zögern am Samstag nach Frankfurt zurückholte. Kurze Zeit später hörte man dann auch, dass die Buchmesse auf unbestimmte Zeit verschoben wird.
Ich bin nun in Sicherheit. Aber meine Gedanken sind immer bei meinen ägyptischen Freunden und Kollegen aus der Verlagsszene. Auf unterschiedlichen Kommunikationswegen bekam ich mittlerweile von vielen eine Nachricht, dass es ihnen gut geht – den Umständen entsprechend, wie man so schön sagt. Gestern veröffentlichte dann die International Publishers Association (IPA) einen Aufruf zur Solidarität mit den ägyptischen Kollegen, nachdem das größte unabhängige, ägyptische Verlagshaus Dar el Shorouk angegriffen worden war.
Die Unsicherheit ist groß. Man hofft, dass heute der letzte Tag der Demonstrationen sein wird. Wir hoffen, dass wir morgen sagen können, es hat sich alles zum Besten gewendet.
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