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In unserem Blog dreht sich alles um die Buchmesse: Um Vorschau und Einstimmung. Und das richtige Live-Feeling während der fünf Messetage im Oktober. Garantiert wird: Ein kleiner Einblick in die Fülle von rund 3.000 Veranstaltungen und Hunderte von Themen.
Bei aller Begeisterung über die Entfaltungs-möglichkeiten einer Geschichte, die in verschiedenen Medien erzählt wird, sollte man eine wichtige Frage nicht aus den Augen verlieren: Was bringt das Ganze eigentlich?
Aus Sicht der Leser/Spieler/Zuschauer – oder kurz, der Rezipienten - ist diese Frage wohl nicht allgemeingültig zu beantworten, da jeder andere Vorlieben hat: Manche freuen sich darüber, eine Geschichte noch intensiver verfolgen zu können, wenn diese von den Stärken verschiedener Medien profitieren kann. Andere sind sicher auch weniger angetan, wenn sie viele Stunden mit einem Videospiel verbringen müssen um zu erfahren, wie eine Geschichte endet, welche sie als Film gefesselt hat. Wieder andere bevorzugen abgeschlossene Geschichten, deren Handlungsverlauf nicht durch verschiedenste Medien verfolgt werden muss. Kurz: Hier sind wohl noch einige Marktforschungsstudien nötig um herauszufinden, wie Kunden in der Mehrheit solchen transmedialen Projekten gegenüberstehen.
Damit ist auch klar, dass für die Produzenten solcher Geschichten der Nutzen noch nicht eindeutig zu beziffern ist. Der Aufwand für die Produktion ist vermutlich höher als bei abgeschlossenen Geschichten, da zur eigentlichen Herstellung noch die Koordination zwischen den verschiedenen Teilmedien kommt. Als Vorteil von transmedial (oder auch crossmedial) angelegten Erzählungen wird demgegenüber die Vermarktung gesehen, da übergreifende Werbemaßnahmen möglich sind. Außerdem geht man davon aus (zum Beispiel in diesem Video über Transmedia Storytelling, das von einer Firma stammt, die solche Inhalte produziert), dass so Fans einer Erzählwelt auch für Medien interessiert werden können, welche sie normalerweise nicht nutzen. Beispielsweise könnte jemand, der Fan der Star Trek Serien ist, sich auch für ein Online-Game im Star Trek-Universum begeistern, auch wenn er normalerweise kein Interesse an Videospielen hat.
Allerdings funktioniert das nur, wenn dem Kunden das gesamte transmediale Universum bekannt ist. Und genau hier liegt vielleicht das größte Problem für den Verkauf von transmedialen Erzählungen: Im Handel werden Medien meistens nicht thematisch sortiert sondern einfach nach Art des Mediums. Filme befinden sich in der Kategorie DVDs, Bücher werden getrennt von Videospielen angeboten. Dies gilt sowohl für den Laden in der Innenstadt, als auch für Online-Shops. Dazu kommt, dass viele Anbieter zudem auf einzelne Medien spezialisiert sind (um Beispiel Steam als größtem Anbieter von digitalen Computerspielen). All das führt dazu, dass transmediale Geschichten im Handel selten als solche zu erkennen sind. Auch in Online-Shops übliche Empfehlungen helfen hier nur bedingt weiter, da auch sie oft auf die selbe Warengruppe beschränkt bleiben.
Andere Informationsquellen könnten Rezensionen und Tipps auf Blogs, Community-Seiten und ähnlichem sein, allerdings sind auch hier die meisten auf bestimmte Medien spezialisiert (Goodreads wäre ein gutes Beispiel für den Bereich Bücher) und zeigen deswegen die Verbindungen zwischen den Medien nicht auf.
Die einzige sichere Möglichkeit vom Werbeeffekt transmedialer Erzählungen zu profitieren, bleibt im Moment gezieltes Marketing, das auf die Verwandtschaft der verschiedenen Medien hinweist. Am einfachsten in Form von Hinweisen in den Medien selbst, z.B. als Trailer vor Beginn des Films, Leseprobe als Zusatzinhalt eines Spiels oder einem Hinweis auf die gesamte Produktfamilie hinten im Buch. Andere medienübergreifende Werbemaßnahmen sind vermutlich nur für Produktionen mit einem sehr großen Marketingbudget möglich oder als Teil einer erfolgreichen Social-Media-Strategie.
Bisher ist also noch offen, ob transmediale Erzählungen mehr sind als eine Spielerei und wirkliches Potential haben, neue Geschäftsfelder und Nutzer zu erschließen. Um sie wirklich zugänglich zu machen, müssten sich Handel und Empfehlungen allerdings stärker an den Inhalten orientieren und weniger am Medium.
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