Frankfurter Buchmesse
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Die Reise beginnt – Vorschau auf das Ehrengast-Programm

Haben wir noch Montag oder ist heute schon Dienstag? Fragen wie diese hört man immer wieder von neuseeländischen Autoren und Künstlern, die gerade erst in Deutschland angekommen sind und anfangs mit der Zeitverschiebung zu kämpfen haben. Sie haben sich auf die weite Reise nach Deutschland gemacht, um uns ihre Kultur und Literatur vorzustellen – die ist reichhaltig, spannend und überraschend, so viel kann ich schon jetzt sagen. Sie wollen mehr wissen? Das gesamte Programm finden Sie hier, einige Highlights stellen wir Ihnen an dieser Stelle vor:

Die Woche beginnt natürlich Dienstag mit der großen Eröffnung der Frankfurter Buchmesse und anschließend mit der Eröffnung des neuseeländischen Pavillons. Dort finden dann ab Mittwoch jeden Tag vielen Events statt. Preisgekrönte Autoren wie Lloyd Jones und Emily Perkins sprechen über das „Schreiben am Rande des Universums“. Ihre Kolleginnen Sarah Quigley („Der Dirigent“) und Paula Morris („Rangatira“) lesen ab 19.30 in der Stadtbücherei Frankfurt aus ihren aktuellen Büchern vor.

Am Donnerstag diskutieren Autoren wie Kate de Goldi über die Klassiker in ihrer Heimat: „Von Mansfield, Frame bis Sargeson – Ikonen der neuseeländischen Kultur“. Einen ganz anderen Einfluss auf Neuseeland hatte vor anderthalb Jahren das verheerende Erdbeben in Christchurch. Wie hat sich der Alltag verändert? Darüber sprechen unter anderem Carl Nixon und Anke Richter. Im Sinclair-Haus kann man ab 19.30 zuhören, wie Jazz-Musiker die Texte des berühmten Poeten Bill Manhire in Töne gesetzt haben.

Am Freitag zeigen unter anderem Greg Broadmore und Dylan Horrocks, dass Neuseeland auch über eine spannende Comicszene verfügt. Nachmittags präsentiert sich im Pavillon das internationale Lyrikprojekt „Transit of Venus“ – deutsche und neuseeländische Autoren ließen sich im Juni vom Venustransit in Uawa inspirieren.

Bereits am 2. Oktober eröffnete im Frankfurter Kunstverein die Ausstellung „Contact. Artists from Aotearoa/New Zealand“, in der  malerische, fotografische und filmische Werke von rund 20 Künstlern vorgestellt werden. Die Ausstellung verweist auch auf das Beziehungsgeflecht des bikulturellen Landes. Die Maori-Kultur ist natürlich ebenfalls auf der Buchmesse vielerorts zu erleben. Nicht nur durch Autoren mit Maori-Wurzeln wie Alan Duff oder Witi Ihimaera, sondern auch in Form von Haka-Performances. Und wo wir schon bei den klassischen Kiwi-Themen sind: Selbstverständlich gibt es am Samstag die Gelegenheit, sich ein Rugby-Match anzusehen. Immerhin sind die Neuseeländer mit ihren geliebten “All Blacks” amtierende Weltmeister. Zum SC 1880 Frankfurt tritt eine Kiwi-Auswahl an, die gegen die deutsche Nationalmannschaft spielt. Kurz vorher wird man auf der Messe viele Elben, Orks und Hobbits herumschwirren sehen, denn Sir Richard Taylor lädt zum Hobbit-Cosplay.

Am Sonntag dann gibt es nachmittags einen Ausklang mit der Dichterin Hinemoana Baker – und gegen 16 Uhr übergibt Neuseeland die GastRolle feierlich an den nächsten Ehrengast: Brasilien. Ein Land, das sich ebenfalls auf eine weite Reise begibt. Auch wenn ich immer wieder schreibe, wie weit Neuseeland entfernt ist, so muss man doch sagen, dass 35 Stunden Reisezeit ja eigentlich noch erträglich sind. James Cook war damals Monate unterwegs, bevor er die Inseln im Südpazifik entdeckte. Und wie sagt der Poet Bill Manhire so schön: „Ich lebe am Ende des Universums, wie jeder andere auch.“

Kategorien:
Ehrengast

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