Transmedia <3 Social Media
Transmedia braucht Social Media. Nicht nur, weil sonst ein Buzzword fehlen würde, sondern auch, weil sich damit die Charaktere der Story zum Leben erwecken lassen. Wie das (und Transmedia im allgemeinen) funktioniert, erklärt Nuno Bernardo in seinem Buch The Producer’s Guide to Transmedia :
Grundsätzlich ist es besser, eine Figur über Social Media kommunizieren zu lassen, als Fanpages für das Projekt zu erstellen. Um Social Media richtig zu machen, muss man verstehen, warum Menschen bei Facebook&Co sind: Um mit Freunden zu kommunizieren. Niemand ist mit einem Schokoriegel oder einer Automarke befreundet, wohl aber mit der Hauptfigur seiner Lieblingsserie, die regelmäßig neues aus ihrem „Leben“ postet. Wenn man das authentisch macht, ist der Zuschauer bereit zu glauben, es wäre echt (fragen Sie einen Wrestling-Fan!). Dadurch entsteht schließlich eine wirkliche Verbindung – „Freundschaft“ – zum Publikum. Wer einen Schritt weiter gehen möchte, bindet seine Fans ein, indem er Fragen stellt und auf die Antworten auch reagiert.
Geben Sie dem Publikum die Macht – oder tun Sie zumindest so
Teilweise ist es auch möglich, den Zuschauer auf diese Weise die Handlung mitbestimmen zu lassen. Bernardo’s erstes Transmedia-Projekt Sofia’s Diary startete 2003 und war zunächst nur ein Blog, auf dem die Teenagerin Sofia aus ihrem Leben erzählte und ihre Leser immer wieder um Rat fragte. Die Antworten wurden in den nächsten Blogpost eingebaut und bestimmten so die Handlung mit. Zu viel Macht sollte man seinen Fans dabei aber nicht lassen. Bernardo musste feststellen, dass die Leser Sofia so sehr liebgewannen, dass sie alles versuchten um Konflikte zu beseitigen. Um zu verhindern, dass sie nach kürzester Zeit ein millionenschwerer weltberühmter Popstar mit einem Justin Timberlake-Lookalike als Ehemann wird, beschloss er die Story in einen A- und einen B-Plot einzuteilen. Der A-Plot ist die Haupthandlung, an der nicht gerüttelt werden darf. Der B-Plot sind die kleinen Nebensächlichkeiten, die die Story ausschmücken, aber den A-Plot nicht beeinflussen. Sofia kann sich also bei ihren Lesern beklagen, dass sie keine Lust zu lernen hat, und sie fragen, ob sie nicht einfach mit ihren Freunden weggehen sollte. Der A-Plot sieht vor, dass sie den Test am nächsten Tag verschlafen soll – ob das geschieht, weil sie über ihren Schulbüchern eingeschlafen war oder weil sie erst um 3 Uhr morgens aus der Disco nach Hause kam, ist unerheblich.
Social Media ist nicht nur Facebook
Welche Plattform man für sein Projekt nutzt, hängt von vielen Faktoren ab, aber die zentralen Fragen sind „Was ist mein Content?“ und „Wer ist mein Publikum?“. Soziale Netzwerke eignen sich für zweizeilige Statusupdates und das ein oder andere Foto, wessen Charaktere mehr zu erzählen haben, ist mit einem Blog besser bedient. Um sich bei Facebook anmelden zu können, muss man mindestens 13 Jahre alt sein, die Jüngeren tummeln sich im schülerVZ. Und wer, wie Heather, die Protagonistin aus Beat Girl, sich gerne in Bildern ausdrückt, erstellt mittels Pinterest-Pinnwänden den Fotoroman 2.0 um damit die weibliche Zielgruppe 20+ zu erreichen, die in Scharen dorthin pilgert (alle anderen melden sich bitte auch an. Pinterest is going to be bigger than Jesus, glauben Sie mir).

Profil der Figur Heather Jennings bei Pinterest
Für welche Plattform(en) auch immer Sie sich entscheiden, verwenden Sie niemals zwei von der gleichen Sorte (also Facebook oder Google+), denn dadurch haben Sie nur doppelte Arbeit für eine geteilte Community.
Ach ja, und nicht zu vergessen: Social Media muss natürlich zu Ihrer Story passen. Im Deutschland des 18. Jahrhunderts war die Internetverbindung im Allgemeinen eher schlecht…
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