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protoTYPE: “Am Schmerz der Kunden orientieren!”

Kann die deutsche Buchbranche Startup? Ja, sie kann, wie der offizielle Start des “protoTYPE” auf der Leipziger Buchmesse zeigte. Mit diesem vom Börsenverein initiierten Projekt realisieren 50 Buch-Weiterdenker in Startup-Manier eine innovative Geschäftsidee. Das Endprodukt wird später gratis und als Open Source der Allgemeinheit zur Verfügung stehen. Ein großes protoTYPE-Finale findet dann auf der Frankfurter Buchmesse im Oktober statt – aber der Reihe nach: Auf dem Start-Panel am Messefreitag formulierten zunächst Teilnehmer und Sympathisanten ihre Hoffnungen an das 6-monatige Projekt. So wünschte sich Blogger & Berater Leander Wattig, dass die Verlagsbranche weiblicher, im Sinne von “kommunikativer, kooperativer” wird. Startups würden so funktionieren und eine moderne Unternehmenskultur sei auch für Verlage überlebenswichtig. Denn nur innovative Firmen könnten High Potentials als Nachwuchskräfte und Quereinsteiger (zB aus IT-Branchen) an sich binden. Andere wie Cao Hung Nguyen  (EPIDU Verlag) betonten die Notwendigkeit von digitalen Alternativen aus der Branche zu Produkten von Amazon und Co. “Wenn wir nach protoTYPE bei Amazon den Stecker ziehen könnten, das wär’s”, feixte dazu eine Sortimenterin. Wird protoTYPE am Ende zu einer “disruptiven Innovation” führen, welche die gesamte Buchbranche aufwirbelt? protoTYPE-Moderator, Verlagsberater & Blogger Erhardt Heinold hält es für möglich: YouTube Preview Image Am Messe-Samstag sollten sich die Teilnehmer dann im ersten Elevator-Pitch für sieben Geschäfstideen entscheiden. (Warnhinweis: Wer eine Allergie gegen Marketing & Techie-Sprech hat, sollte jetzt nicht mehr weiterlesen!) Zuvor stimmte Startup-Investor Christian Lüdtke von etventure (siehe Foto) die protoTYPEler noch mit Erfahrungen aus seinem Arbeitsalltag ein. Innovationen müssten im “Design Thinking” aus Kundenperspektive erdacht werden: “Neue Produkte müssen sich am Schmerz des Kunden anhand des vorhandenen Angebots orientieren!” Was mich sympathisch überraschte: Auf die Frage nach der Geheimhaltung seiner Startup-Investments antwortete Lüdtke: “Es gibt keine Geheimhaltung – alle Ideen stehen auf unserer Website! Wer sie besser & schneller umsetzen kann soll es entweder machen – oder mit uns kooperieren!” Das nenne ich mal kommunikativ & kooperativ im Wattigschen Sinne…

Was mir nach Lüdtkes straffer Session noch durch den Kopf ging: Vielleicht sollte die Verlagsbranche nicht nur weiblicher sondern auch webaffiner werden. Über die für viele Anwesenden ungewohnte Startup-Sprache twitterte Steffen Meier vom Ulmer Verlag:

Themen sind Mockups, Scrum, Prototyping - sowas hört man selten in der Verlagsbranche #pt12
@steffenmeier
steffenmeier

Nach diesem Ausflug in den Startup-Alltag wurde diszipliniert im 3-Minuten-Takt gepitcht. Sprich: Jede der 10 Projektgruppen stellte ihren protoTYPE vor. Ein Beispiel, das sowohl mich als auch paperC-Macher Martin Fröhlich & Katja Splichal begeisterte: Eine Customized Book App, mit der zu einem Thema die passenden Inhalte / Kapitel verschiedener Bücher zu einem Ebook-Mashup kombiniert werden. Content Curation – das hat Zukunft. Alle weiteren Ideen, die es bis jetzt ins Innovations-Camp geschafft haben sind hier veröffentlicht. Und wer den Weg des protoTYPE bis zur Frankfurter Buchmesse weiterverfolgen will, RSS-st jetzt einfach seinen Blog. The story continues…

(Foto: Rechte vorbehalten von Börsenverein / Andreas Abb)

Kategorien:
Start-ups

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  • Vera Münch

    Ist es nicht schon zu spät? #Monopole #Oligopole #Amazon #Google…
    Aber vielleicht kann es der freie Wettbewerb im Markt ja doch noch richten. Ich glaub nicht daran.

  • http://www.buchmesse.de Frank Krings

    Es ist sicher zu spät für die ganz großen digitalen Infrastrukturen in Social Web, e-Commerce, Suchmaschinen und Algorithmen-Tuning. Das ist das Geschäft der digitalen Giganten. Aber es ist nicht zu spät für passgenaue Tools & Services für Kunden der Verlagsbranche. zB die von mir erwähnte Customized Book App oder ein plattformunabhängiges Selfpublishing-Tool.

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