- Datum
- 13. Oktober
2011
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- Wenke Richter
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Die DNB und Netzpublikationen

Die DNB über Abgabe von Netzpublikationen auf der Frankfurter Buchmesse, Foto: Wenke Richter
Die Frankfurter Buchmesse ist nun gestern gestartet, die ersten Diskussionen rund um Digitalisierung, Fachinformationen und Bibliotheken fanden in der Halle 4.2 statt.
Am frühen Mittwoch Nachmittag stellten Maren Brodersen und Barbara Zeppenfeld von der Deutschen Nationalbibliothek (DNB) in einem Kurzvortrag die Abgabe von Netzpublikationen als Service digitaler Auslieferung vor.
Um was geht es dabei? Im Juni 2006 wurde ein Gesetz erlassen, dass die Abgabe von Netzpublikationen an die DNB vorschreibt. Analog zur Printprodukten sollen eBooks, elektronische Zeitschriftenartikel, Webseiten o. ä. in der Archivbibliothek gesammelt und für die Nachwelt erhalten werden. Seit Mai 2008 stellte die DNB die erste Schnittstelle vor.
Erst langsam läuft dieses Projekt an. Bisher haben 1200 Verlage sich an der Abgabe von Netzpublikationen beteiligt, zumeist noch kleinere Verlage. Bei mehr als 5000 Verlagen in Deutschland nur eine kleinere Summer (auch wenn noch nicht alle Verlage eProdukte in ihrem Portfolio anbieten).
Was sind die Gründe für die schwierige Anlaufphase? Zunächst stehen der DNB im Gegensatz zur Pflichtabgabe von Printerzeugnissen viel mehr Partner gegenüber: nicht nur Verlage, sondern auch Hochschulen, Vereine, Autoren, Privatpersonen etc. Deutlich spiegelt sich wider, dass fast jeder im Netz publizieren kann. Nach dem Gesetz müsste all dies gesammelt werden – eine unendliche Aufgabe. Schnell gelangt hier die DNB an ihre personellen und zeitlichen Ressourcen. Sie hat sich laut Aussage von Brodersen von der Vorstellung verabschiedet, dabei einen Standard für Workflow, Metadaten etc. einzuführen. Mit der Vielzahl und der Verschiedenheit ihrer Partner ist dies einfach nicht mehr möglich. Aus diesem Grunde bevorzugt die DNB an dieser Stelle die Zusammenarbeit mit Dienstleistern, die auf einer Liste gesammelt den Verlagen zur Verfügung gestellt und empfohlen werden, unter ihnen befinden sich beispielsweise Bookwire oder tredition. Verlagen wird empfohlen, einen dieser Dienstleister zu nutzen, um selbst Ressourcen und Aufwand zu sparen.

Stand der DNB auf der Frankfurter Buchmesse, Foto: Wenke Richter
Die Abgabe der Netzpublikationen erfolgt entweder über OAI oder Hotfolder. Epub oder PDF – letzteres lieber, da am besten PDF/A – sind die Dateiformate, die heute unterstützt werden.
Warum nutzen Verlage die Abgabe der Netzpublikationen so wenig? Welchen Vorteile hätte dies für sie? Vier Gründe sind zu nennen:
- An erster Stelle steht die Problematik, in den eigenen Verlagen kompatibel zu den DNB-Anforderungen automatisierte Prozesse für die Metadaten- und Publikationsübermittlung zu entwickeln. Zwar kann dies mit den Dienstleistern zügig gelöst werden, ist natürlich aber auch eine Kostenfrage – für kleinere sowie, bei größeren lohnt sich eventuell einen entsprechenden Prozess hausintern einzuführen.
- Bisher gibt es noch keine automatisierte Lösung für die Abgabe von elektronischen Zeitschriftenartikeln, erste Testläufe soll es im nächsten Frühjahr geben
- Verlage haben bzgl. UrhG (vor allem §§ 52 a,b) bedenken, Publikationen abzuliefern. Die sind laut Aussage der DNB absolut unbegründet. Nicht frei zugängliche, urheberrechtlich geschützte Werke werden nur innerhalb der Lesesäle in Frankfurt und Leipzig den Nutzern auf speziellen Rechnern ohne Internetzugang und Möglichkeit zur Speicherung zur Verfügung gestellt
- auch wenn die DNB Verlage kompetent in der Problematik berät, besteht bei vielen Verlagen noch Bedenken wegen der Komplexität des Themas und fehlender Informationen.
Was nützt die Abgabe der Netzpublikationen den Verlagen?
- eProdukte sind langzeitarchiviert – ein Punkt, der bisher noch zu wenig von den Verlagen beachtet wird (gewollt oder nicht, vielleicht auch aufgrund der Komplexität des Themas)
- die Metadaten werden sofort, weltweit und dauerhaft im Katalog der DNB sichtbar gemacht und somit noch besser auffindbar – für Verlage auch ein Pluspunkt
- dieser Effekt wird noch einmal bei frei zugänglichen Werken verstärkt – mit der DNB gibt es einen starken, weiteren Punkt zur Auffindung und Bezug
Sobald eBooks und eJournals in naher Zukunft Standard neben Print sein werden, werden Verlage um die Abgabe an die DNB nicht herum kommen. Zunächst muss der Prozess automatisiert sowohl für DNB als auch Verlage laufen – eine Hausaufgabe für beide Seiten.
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- Digitalisierung DIG IT
- Tags
- Deutsche Nationalbibliothek, DNB, eBooks, eJournals, Fachverlage, Gesetz, Netzpublikation, Pflichtabgabe, Verlage
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