Bücher sind Gesamtkunstwerke

Robert Eberhardt in seinem Stand Halle 4.1 C121.
Zu Besuch beim jüngsten Verleger Deutschlands. Robert Eberhardt ist 24 Jahre alt. Neben seiner Tätigkeit als Verleger auch Autor, freier Journalist und Student. Seinen Verlag “Wolff” gründete er bereits 2008. Ich bin beeindruckt.

Mirko Mielkes Sitzobjekt La Causeuse plus (2011)
Sein Stand ist nicht groß, aber schön. Sein Logo mit dem Wolf ist auf den ersten Blick zu sehn. Links und rechts eine Reihe mit den Büchern, die Eberhardt vorstellen möchte. Mittig steht eine funktionale Kunstinstallation, die ihm bei seinen Gesprächen als Bank dient. Wir setzen uns. Eine Frage brennt mir unter den Nägeln seitdem ich das Büro verlassen habe: Wie kommt man mit 21 Jahren auf die Idee einen Verlag zu gründen? Robert Eberhardt muss lachen: ”Aus Liebe zum Buch! Bücher sind für mich Gesamtkunstwerke. Ich wollte bei jedem Schritt dabei sein. Welches Papier, welches Layout, welcher Druck. ” Angefangen hat Robert Eberhardt als Selbstverleger.
Mittlerweile ist er mit seinem Verlag zum zweiten Mal auf der Frankfurter Buchmesse und hat seine neuen Herbstkollektion im Gepäck. “Viele wundern sich warum ich mich nicht mit der “coolen” Literatur wie Comics, junge Belletristik oder gar Manga beschäftige. Aber Persönlichkeiten wie Goethe haben es geschafft sich über so viele Jahre durchzusetzen. Und die Tatsache, dass es ihre Bücher immer noch gibt, finde ich, spricht für sich. Wir als junger Verlag möchten grade ein jüngeres Publikum ansprechen und für Literatur begeistern.” Thematisch verlegt Eberhardt bevorzugt historische Bücher, klassische Literatur, aber auch Bücher aus den Bereichen Kunst und Kunsthistorik. “Diese Themen entsprechen genau meinem persönlichen Interesse. Man soll ja immer das tun, was man selbst gern mag!” Studiert hat er nämlich Kunstgeschichte und Geschichte in Heidelberg und Berlin. “Das Studieren hat sich immer sehr gut mit den Aufgaben im Verlag ergänzt.”
Von der Buchmesse erhofft sich Robert Eberhardt gute Gespräche und viele neue Kontakte. “Denn darum geht es doch eigentlich bei der Messe: Um das Zusammenkommen. In Frankfurt ist doch jeder. Man trifft sich und tauscht sich in einer angenehmen Atmosphäre aus!” Den Austausch in entspannter Umgebung möchte er auch mit seiner Standgestaltung möglich machen. Die Bank von Mirko Mielkes ist so konstruiert, dass zwei Fremde gemütlich und doch mit ausreichendem Abstand, neben einander sitzen können – die Bücher zwischen sich.
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