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Von der Kunst nicht umzufallen

Meine Hände werden nass, ich vergesse auszuatmen, ein Wort purzelt mir über das andere. Egal ob mich dabei drei, 15 oder 50 Leute anstarren: Vorträge halten ist für mich immer Stress pur. Da man Dinge nicht immer hinnehmen sollte, habe ich beschlossen, diesen Zustand zu ändern. Das Buch “Bekenntnisse eines Redners” von Scott Berkun, klang für mein Selbsthilfeexperiment genau richtig. Auf das Buch gestoßen bin ich bei der noch kleinen Buchauswahl von Blogg dein Buch.

Der ehemalige Dozent für Kreatives Denken an der Universität zu Washington, Scott Berkun, möchte mir in seinem Buch “die Angst vor öffentlichen Reden” nehmen. Dies macht er recht unkonventionell  - neben bei. In zehn übersichtlichen Kapiteln räumt Berkun mit allgemeinen Annahmen über Reden auf. Wie oft hat man zum Beispiel schon mit anhören müssen, man solle sich seine Zuhörer einfach nackt vorstellen. “Nackt zu sein oder sich jemanden nackt vorzustellen, macht Dinge nicht einfacher, sondern komplizierter, was ein Grund dafür ist, dass wir Kleidung erfunden haben.” Über Anekdoten führt er logisch und strukturiert durch seine 244 Seiten. Er beleuchtet Dinge am Reden halten, die bei einer normalen Vorbereitung, wie etwa eine PowerPoint Präsentation erstellen und einmal dem Hund oder der Zimmerpflanze grob erklären worum es geht, einfach raus fallen. Die Sache mit der Angst, zum Beispiel. Am Abend vorher Sport machen, um überschüssige Energie abzubauen oder den Raum kennen indem man sprechen wird, sind Teil seiner persönlichen Vorbereitung.

Im Großen und Ganzen erfindet Scott Berkun das Rad nicht neu. Eine gute Vorbereitung und häufiges Üben machen einen guten Redner aus.  Er bietet keine Geheimrezepte, wie man sich das Leben leicht macht bzw. das Reden vor Publikum.  Berkun gibt jedem Neueinsteiger einen roten Faden in die Hand, mit schönen Geschichten drum herum, die man sich als Lernstütze gut in Erinnerung rufen kann. Auch wenn er teilweise zu weit ausholt in dem Versuch aufzuzeigen, dass jedes Thema nur eine gute Geschichte braucht um präsentiert zu werden, kommt er in jedem Kapitel auf den Punkt oder anders ausgedrückt, auf das, was man beim Präsentieren beachten sollte. Wer sich darüber hinaus anhören möchte, warum “all das erklärt, warum” er ” an einem Dienstagmorgen um 7.48 geduscht, rasiert, gestutzt, gefüttert und deodoriert, im gestärktem Hemd und blank geputzten Schuhen, in einem Taxi [...] unterwegs” ist, kann dieses Buch mit großem Vergnügen lesen. Mich hat es eher gestört ein ganzes Kapitel mit ausgeschmückten Geschichten seines Rednerlebens lesen zu müssen, um mit der Erkenntnis  ”bei zehn Minuten Vorträgen nur neun verplanen, weil immer etwas unerwartetes passiert” abgespeist zu werden.  Dennoch finde ich den Autor und seine Art zu schreiben, sehr interessant und unterhaltsam. Nur als reines Sachbuch bringt es mir nicht den erhofften Erfolg.

In seiner Rede im folgendem YouTube Video setzt Scott Berkun seine eigenen Ratschläge in jedem Fall gekonnt um: “Wollen Sie gut in dem sein, was Sie machen, müssen Sie zuerst die Vorstellung von Perfektion über Bord werfen. Jedes Mal, wenn ich da oben stehe, weiß ich, dass ich Fehler machen werde.”

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Erschienen ist das Buch beim O`Reilly Verlag.

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