- Datum
- 03. Mai
2011
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- Holger Volland
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Tage im Bauch des Wals: Publishers’ Forum

Teilnehmer des Publishers' Forum 2011
In der Berliner Axica sitzen seit gestern 300 Verlagsmanager im Bauch des von Frank Gehry entworfenen Glaswals, um über die Zukunft des Publishing zu reden. Die Frankfurter Buchmesse ist Partner der Veranstaltung, die von Klopotek seit acht Jahren durchgeführt wird.
Sara Lloyd von Pan Macmillan legt mit ihrem Vortrag über “Book Publishing in the 21st Century” die Latte ziemlich hoch. Der profunde Blick in die Verlagswelt beginnt mit der Versicherung an die versammelten Verleger, dass Veränderung erstens unaufhaltsam ist und zweites so viel schneller passiert, als wir alle uns das hättenvorstellen können. Das scheint hier aber niemanden mehr zu schrecken, denn digitale Produkte und Prozesse sind Alltag geworden in den Verlagen, die Abgesandte zum Publishers’ Forum gesendet haben.
Sara führte weiter aus, dass MetaData zukünftig eine wichtige Rolle dabei spielen wird, wie potentiellen Käufern auf unendlich vielen Plattformen im Netz ein Inhalt nahegebracht und verkauft werden könne – eine Aufgabe, die beim gedruckten Buch von passionierten und wissenden Buchhändlern übernommen wird.
Doch nicht nur der technische Hintergrund spielt bei dieser Konferenz eine bedeutende Rolle. Unser Umgang mit “Content”, mit Inhalten und Werk, verändert sich stark. Denn vermarktbarer Content ist heutzutage nicht mehr nur ein Werk selbst, sondern alle mit dem Werk verbundenen Materialien, Daten und Informationen. Publishing werde zukünftig hauptsächlich die Marketingaufgaben übernehmen, so Sara.
Ed Nawotka, Chefredakteur von Publishing Perspectives, ergänzt erhellende Informationen über den Leser der Zukunft: Vernetzt, aktiv und mobil erwartet er neue Produkte von den Verlagen und Autoren. Doch um diese Produkte gestalten zu können, ist ein massiv komplexeres Rechtemanagement notwendig. Zahlreiche (oft) noch ungeklärte Fragen wirft Lynette Owen von Pearson dazu in den Saal: Mieten E-Book Interessenten oder kaufen sie ein Buch? Was passiert mit den Audiobook-Rechten bei Text-to-Speech Produkten?

Unternehmskultur und gesellschaftlicher Wandel
Eigentlich alle Bereiche eines Verlages müssen sich deshalb derzeit verändern und anpassen. Jana Steinmetz von der Universität St. Gallen erklärt wissenschaftlich fundiert, wie das passiert und wie die Zusammenhänge von Mitarbeiterzufriedenheit und Produktqualität sind. Ein Publishing Unternehmen, das sich den gesellschaftlichen Veränderungen verweigern würde, könne nur scheitern. Umgekehrt böten sich durch Offenheit und eine Unternehmenskultur, die Change willkommen heißt, alle Möglichkeiten, vom wirtschaftlichen Wandel zu profitieren.
Die Konferenz ist, wie auch schon die Digital Conference der London Book Fair, vom hohen Wissensniveau der Teilnehmer und Sprecher geprägt. Das zeigt sich vor allem in den zahlreichen Workshops. Hier werden Fragen mit einer Detailtiefe erörtert, die vermuten lässt: Die Zukunft ist längst schon Gegenwart.
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- Digitalisierung DIG IT
- Tags
- Content, Digi-Konferenzen, Konferenz, Rechte & Lizenzen, Verlage
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