digitalisierung-dig-it


Social Media Monitoring – ein Kinderspiel?

Ich bin gerne ein Maulwurf. Dann wühle und grabe ich mich durch das große Angebot des WWW. Zur Zeit erstelle ich im Rahmen meines Praktikums einen Überblick über kostenlose Social Media Monitoring Tools. Die gibt es zwar wie Sand am Meer, doch auch im Sand buddel ich gerne.

Eigentlich gibt es auch schon genug Zusammenfassungen, Testergebnissen, Präsentationen und Abschlussarbeiten über diverse Monitoring Dienste, dass ich auch aus den Erkenntnissen meiner Vorsucher einen Überblick erstellen könnte.

Doch eines stört mich bei all den Listen, Prezzis und Blogeinträgen:
“Social Media Monitoring selbst gemacht” ist ein alter Hut, ein Thema, das schon seit Jahren existiert. – OK, bis hierhin kann ich das noch nachvollziehen. Doch angeblich weiß auch jeder, wie die wichtigsten Tools funktionieren und vor allem wo ihre Vorzüge gegenüber anderen kostenlosen Tools liegen. Daher erzeugt das Monitoring auch keinen wirklichen Arbeits- und Zeitaufwand: Gewusst wie werden die Tools einfach kombiniert und dank RSS-Feeds und Google Alerts bequem zugeschickt. Voilà da ist er: der kostenlose, transparente Bericht über die Popularität und Reichweite der eigenen Marke sowie das Verhalten und die Meinung der eigenen Nutzer und Follower in der Vergangenheit, Gegenwart und womöglich noch Zukunft.

Moment mal, hab ich da was verpasst?

Sind über Nacht alle zu Social Media Monitoring Experten geworden?
Sind Unternehmen bereits mit der Erfindung des Begriffs über die Aktivität ihrer Twitter Follower und Facebook Fans informiert? Und auch mit der allgemein vorherrschenden Meinung über die eigene Marke in all den Blogs, Foren und Plattformen sind alle bestens vertraut?

Wenn die Social Media Monitoring Tools bereits so regelmäßig genutzt werden, wie die Vielzahl der “Tipps und Tricks”- Listen vermuten lässt, wieso hat dann noch niemand aus all den Zusammenfassungen die konsequente Schlussfolgerung gezogen?
Nämlich einen kostenlosen Dienst zu entwerfen, der auch wirklich hält, was er verspricht!

Besteht denn wirklich keine Nachfrage nach einem benutzerfreundlichen Tool, das zuverlässig filtert UND dessen Ergebnisse weiter in die Vergangenheit reichen als die letzten 10 Tage? Eines, das alle Ergebnisse bündelt UND nach Relevanz sortiert, Trends sowie wichtige Nutzer und Follower aufzeigt, alles in Statistiken verpackt UND täglich als aussagekräftiges Dokument per Mail versendet?

Eine Frage bleibt: Können kostenpflichtige Monitoring Dienste die oben genannten Kriterien erfüllen?

Trail
Digitalisierung DIG IT

Tags
, ,
  • http://social-media-monitoring.blogspot.com Stefanie Aßmann

    Ja, es gibt leider viel zu viele “Experten” zum Thema Social Media Monitoring. Leider auch viele Unternehmen, die einen kostenpflichtigen Monitoring-Service anbieten, der kostenlosen Möglichkeiten/Tools entspricht.
    Das die kostenlosen Tools für einen ersten Einblick in die Materie oder für einfache Recherchen brauchbar sind, ist klar. Ein komplexes Monitoring erfordert aber in der Regel viel Arbeit.
    Das wird aber gerne ignoriert. Schließlich kann es ja jeder.
    Ich hatte dazu auch schon einen Artikel geschrieben:
    http://social-media-monitoring.blogspot.com/2010/12/die-suche-nach-relevanten-daten.html

  • Kerstin

    Vielen Dank für den Link! Endlich mal ein Beitrag, der ausgewählte Monitoring Tools auch mal kritisch hinterfragt und nicht blind in den Himmel lobt.

  • http://www.buchmesse.de Frank Krings

    @Stefanie: Wie bist du denn auf diesen Blogpost gekommen? Etwa über Social Media Monitoring Tools? :)

  • http://www.pollittz.de LOF

    Hallo zusammen,

    interessantes Thema.

    Der wesentlichste Teil fällt allerdings bei den meisten Social Media Monitoring Diskussionen meist unter den Tisch.

    Die Analyse, also der wichtigste Schritt.

    Es geht nicht darum eine numerische Wahrheit zu finden, sondern die entscheidende Brille aufzusetzen und sich genau zu überlegen was man eigentlich sucht. Häufig beschränken sich die Unternehmen darauf die Häufigkeit eines Themas zu betrachten o.ä., aber der entscheidende Insight liegt vielleicht neben den ausgetretenden Pfaden. Die Qualität des Analysten ist also der Knackpunkt. Sie sollten Markenwissen, Konsumenten-Verständnis besitzen und auf der Suche nach Insights aus der Social Media Welt sein.

    Solche Trüffelschweine sind schwer zu finden, egal welches Instrument sie benutzen.

    • Kerstin

      Ja genau, das trifft den Nagel auf den Kopf! Monitoring ist vorallem immer mit einem hohen Arbeitsaufwand verbunden. Und der fängt natürlich schon vor der eigentlichen Suche an. In all den Studien über die unterschiedlichen Tools wird die Tatsache der harten Arbeit aber verschwiegen. Es muss eben immer ein Trüffelschwein geben, wie du es treffend nennst. Kennst du denn welche, die du empfehlen kannst?