- Datum
- 06. Dezember
2010
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- Author
- Kerstin
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Twitter-Dialekte

Scott Hampson http://bit.ly/gdqBit
Mittlerweile gibt es eine Vielzahl twitternder Verlage. Sie verfolgen dabei verschiedene Kommunikationsstrategien im Umgang mit dem Microblogging Dienst.
Beispiel 1: Der Piper Verlag bleibt da lieber seriös und branchenspezifisch – Twitter als Newsticker.
Erstlesung: Hilde Artmeier liest heute aus »Die Tote im Regen«, 19.00 Uhr, Regensburg, Staatliche Bibliothek http://cot.ag/gTRK7j
Piper informiert täglich über Aktionen und Neuerscheinungen seiner Autoren sowie News aus dem Verlagsgeschehen. Die Berichterstattung erfolgt dabei anonym. Wer hier mit korrekter Zeichensetzung twittert, erfahre ich nicht. Alle Tweets beziehen sich unmittelbar auf das Kerngeschäft, lustige Anekdoten oder Videos suche ich hier vergeblich. Dafür lockt Piper mit Gewinnspielen und einem Adventskalender. Über Twitter suchte der Verlag auch nach einem neuen Mitarbeiter im Marketing.
Beispiel 2: Der Eichborn Verlag twittert persönlich, direkt und unkompliziert.
Für Eichborn bietet Twitter die perfekte Mischung aus dem persönlichen Dialog und Infotainment. Hier twittern tatsächlich “echte Menschen”: Simone Siebert und Dominique Pleimling. Neben Verlagsneuheiten und Autoren-News sind in der Timeline aber auch ebenso viele Dialoge mit den Followern zu finden. Generell finde ich den Twitteraccount von Eichborn sehr erfrischend, denn nicht jeder Tweet dreht sich unmittelbar um den Verlag: Hier gibt’s zur Einstimmung auf das Wochenende auch mal einen Musik-Tipp.
Beispiel 3: Beim Aufbau Verlag twittert kein Mensch, sondern ein Mops und ab und zu wohl auch mal das Newsteam.
An für sich eine gute Idee, ist das Konzept mit dem Hund dann doch nicht zu Ende gedacht.
Wer spricht denn da jetzt eigentlich mit zu mir? Der Account ist eher ein Informations-Aushang als ein Kommunikations-Tool. Den einen oder anderen Tag wird dann auch einfach mal eine Mitteilungs-Pause eingelegt. Apropos Pause, der Aufbau Verlag (bzw. Karl-Otto, der Mops) setzt bei seiner Kommunikation auf die Neugierde seiner Leser und bricht den Tweet gerne auch mal mit “…” mitten im Satz ab. Bei mir funktioniert das, ich möchte wissen, wie es weitergeht.
Komme zu „Alia Yunis auf Lesereise“ Morgen von 20:30 bis 22:30 . Im Rahmen des »Literaturfestes München« liest... http://fb.me/N0pyxDA0
Twitkrit
Neben Verlagen machen sich auch @bosch und @mspro Gedanken über die unterschiedlichen Tweet-Stile. Zusammen mit ihren Mitautoren üben sie täglich Twitteraturkritik an den Tweets, die aus der Masse herausstechen. Auf Twitkrit schreiben sie über originelle, ausgefallene oder sehr lustige Tweets.
Dazu müssen sie sich wohl täglich durch eine scheinbar endlose Anzahl von Tweets wühlen.
Ambient intimacy
Der permanente Informationsfluss und Livestream über das eigene physische wie auch psychische Wohlergehen im sozialen Netz treffen nicht überall auf Begeisterung.
Leisa Reichelt und Jeff Jarvis haben hierzu den Begriff “ambient intimacy” geprägt, also der “Umgebungs-Vertrautheit”, wenn man so will. Ein permanentes Abbild des aktuellen Tageszustands ermöglicht es in Kontakt zu bleiben bzw. sich näher kennenzulernen. Eine Vertrautheit, die zumindest die Grenzen einer flüchtigen Bekanntschaft übersteigt. Stets ist man darüber informiert, wer gerade beruflich unterwegs ist, wie der neue Haarschnitt aussieht oder wer sich von der letzten Erkältung wieder erholt hat. Trotz Zeitverschiebung oder räumlicher Distanz ist man sich nah. Beim nächsten Treffen, ist man dann bereits schon auf dem neuesten Stand.
Aber wie sozial soll das Netzwerk sein? Was genau bedeutet “privat” eigentlich? Ist es für den Unternehmenserfolg eines Verlages wirklich nötig zu kommunizieren, wann sich der twitternde Redakteur mit einem Kunden zu Mittag trifft und vor allem, was sie dort essen?
Oder muss Twitter am Ende gar nicht “sozial” sein? Auf dem Einbahnstraßen Kommunikationsweg lassen sich Informationen doch wunderbar verbreiten. Wer die Tweets letztendlich in die Tasten haut, ist dann auch nicht weiter interessant. Ein Dialog mit der Zielgruppe kommt auf diesem Weg sowieso nicht zustande. Vielleicht ist er auch gar nicht erwünscht.
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- Digitalisierung DIG IT
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- Digitalisierung, Social Media