- Datum
- 09. Oktober
2010
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- Author
- Leander Wattig
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Hot Spots: Aussteller als Netzwerkknoten

Gestern habe ich an einer vom Buchreport organisierten Diskussionsrunde zum Thema “Sprengt die Digitalisierung die Branche?” teilgenommen. Hier war nicht nur das Thema interessant, sondern auch der Veranstaltungsort. Die Diskussion fand nämlich statt am Literature & Special Interest Hot Spot. Die Hot Spots sind eine von der Frankfurter Buchmesse neu eingeführte Art von Gemeinschaftsständen, die sich dieses Jahr in verschiedenen Bereichen des Messegeländes finden. Die Hot Spots sollen es den (Fach-)Besuchern noch leichter als zuvor machen, Kontakte zu Technologieunternehmen zu knüpfen. Teil der Hotspots sind zum einen Sitz- und Präsentationsplätze für die Aussteller. Weiterhin gibt es ein Café mit Lounge-Bereich und zudem noch eine Bühne, auf der eben auch Diskussionsrunden wie die unsrige stattfinden.

Als ich nun auf dem Podium saß, blickte ich immer wieder hinüber zu dem Bereich des Hot Spots, in dem verschiedene “Station”-Module nebeneinander gesetzt wurden. Dort konnte ich das beobachten, was die Organisatoren bei der Buchmesse beabsichtigt haben: Ich sah ein ständiges Kommen und Gehen – also einen regen Austausch. Die Stände sind nämlich eingebettet in einen größeren Kommunikationsraum, der sehr durchlässig und lebendig wirkt. So handelt es sich eben nicht um klassische voneinander abgetrennte Buchpräsentations-Stände, die meiner Beobachtung nach manchmal auf Besucher etwas unzugänglich wirken können. Immer wieder erlebt man es bei kleinen Ständen, dass sich die Besucher nicht herantrauen, wenn bspw. noch ein Repräsentant in dem begrenzten Raum sitzt. Die Hemmschwelle ist da manchmal anscheinend zu groß.
Der Vorteil bei den Hot Spots ist, dass hier die Stände in einem offenen Raum platziert und durch kleine Durchgänge verbunden sind. Die Besucher können also frei in alle Richtungen strömen. Noch dazu kommt, dass sich hinter den Ständen mit dem Café ein separater Sitzbereich befindet, der viele Leute anzieht, die sich unterhalten möchten. So sind die Ausstellerplätze gewissermaßen Knotenpunkte in einem größeren Kommunikationsnetz. Diese Art von Gemeinschaftsständen wirken deshalb sehr geeignet auf mich, da sie viele potenzielle Kontaktpunkte schaffen. Und je vernetzter etwas ist – das kennen wir aus dem Internet – desto mehr Anknüpfungspunkte ergeben sich, was ja im Sinne der Aussteller ist. Schließlich geht es auf der Buchmesse zwar einerseits um Bücher – mehr noch aber um den Austausch zwischen allen Anwesenden.
Jedenfalls war es witzig von der Bühne aus nebenbei zu beobachten, wie die Szene ständig in Bewegung war. Die Diskussion war übrigens auch recht interessant. Tenor war, dass man das negativ besetzte Wort “Sprengen” der Branche durch “Erweitern” ersetzen könnte, weil das die zahlreichen Chancen betont, die der Medienwandel und die Digitalisierung mit sich bringen, ohne die Risiken zu verschweigen. Eine gute Erweiterung sind meinem Eindruck auch die Hot Spots, die einem größeren Trend entsprechen. Schließlich sprechen wir nicht nur im Internet über die große Bedeutung von Kommunikationsplattformen. Auch auf der Buchmesse sehen wir jedes Jahr mehr Foren und andere Kommunikationsbereiche, auf denen sich dann wiederum alles um die Bücher bzw. die Inhalte dreht. Die Buchmesse hat also StoryDrive gewissermaßen ein “CommunicationDrive” an die Seite gestellt.
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- Digitalisierung DIG IT
- Tags
- netzwerk, vernetzung
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