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Den Schmerz aushalten

Die Stimme der Übersetzerin, die das Spanische für die deutschen Zuhörer des Brüsseler Symposiums zur Kultur der Erinnerung verständlich machte, schien zuweilen zu schwanken, zu zittern. Vielleicht war es auch nur der Sensibilität der Technik geschuldet, aber möglich scheint es doch, dass die Erschütterung und Ergriffenheit sich Platz schaffen mussten.

Die Frau, die im wohlgesetzten Spanisch und ihrerseits mit fester Stimme sprach, berichtete davon, dass sie ihren Enkel immer noch suche und die Hoffnung  nicht aufgebe. Ihre schwangere Tochter, Laura, wurde während der letzten Militärdiktatur in Argentinien verschleppt und zwei Monate, nachdem sie ihr Kind zur Welt gebracht hatte, ermordet. Kein Zufall, sondern perfides Muster der Militärs: Das Kind der Ermordeten sollte bei fremden Eltern aufwachsen.

Estela Barnes de Carlotto ist eine der Mütter des Plaza de Mayo. Die Frauen, die das Verschwinden ihrer Kinder nicht widerstandslos hinnehmen wollten, heißen so, weil sie sich zum mutigen Protest und zum Zeichen ihrer Entschlossenheit auf dem gleichnamigen Platz in Buenos Aires versammelten. Sie tun das immer noch, seit 33 Jahren nunmehr. Sie wollen wissen, was mir ihren Kindern geschehen ist, und sie suchen ihre Enkel. 101 in Gefangenschaft geborene Kinder konnten sie ausfindig machen. Estela Barnes de Carlotto, 1930 geboren und Präsidentin der Mütter, erzählte also von Mord, Angst und wie sie von ihren vier Kindern gelernt habe, mutig zu sein, sich einzumischen. „Der Schmerz wird nie nachlassen, aber, wenn man kämpft, kann man ihn aushalten“, sagte sie zuletzt.

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  • Mary

    Holger, sehr gut, Estela de Carlotto wird scheinbar energischer als sie älter wird, sie weiss dass sie bei dieser Regierung bessere Chancen hat als bei einer anderen, hoffentliche nicht die Nächste, ihren Enkel Guido wieder zu finden. Diese letzten Tage war sie bei allen Festlichkeiten hier in Buenos Aires auf der Bühne, schade dass ihr dafür nicht dabei wahrt.