ehrengast


Chinas digitale Elite stellt sich vor

Chinas digitale Elite

Chinas digitale Elite

Sie sind jung, sie sind smart und sie gehören zu Chinas digitaler Elite. Der eine (auf dem Foto links) ist Xiaoqiang Hou, Chief Executive Officer Shanda Literature, der andere sein Starautor Zhang Wei.

Rund 800.000 Autoren arbeiten für die Onlineplattformen von Shanda, 30.000 bis 80.000 Seiten werden täglich neu veröffentlicht. Zhang Wei selbst lädt im Schnitt Tag für Tag rund 10.000 chinesische Zeichen in der Kategorie “Illusion & Phantasy” hoch.

Über den Erfolg der Autoren entscheiden vor allem die Leser, die die Häppchenliteratur seiten- und centweise bezahlen. Die besten Autoren werden von einem Redaktionsteam und aufgrund der Leserempfehlungen ermittelt und von Shanda unter Vertrag genommen.

Mit großer Offenherzigkeit legte Zhang Wei dar, wie sich sein Einkommen als Internetautor entwickelt hat, nämlich genauso rasant wie das Genre. 2004 habe er umgerechnet rund 1.500 Euro verdient, in diesem Jahr wird er vermutlich mehr als 240.000 Euro auf der Habenseite verbuchen können. Verständlich, dass sein Plädoyer für Onlineliteratur (und Shanda Literature) im Forum Innvation, wo das “Modell Shanda” vorgestellt wurde, so begeistert ausfiel.

Aber auch Xiaoqiang Hou – von seinem Kollegen, dem Rights Director Zhou Hongli – liebevoll als “Man of Innovation” vorgestellt -, ist vom Geschäftsmodell des chinesischen Erfolgsunternehmens im Bereich digitales Publizieren überzeugt. Der Gewinn wird mit den Autoren geteilt, was ein sehr effizienter Weg sei, Menschen zum Schreiben fürs Internet zu bringen.

Ein weiteres Standbein seien Kooperation, außerdem beschränke sich Shanda Literature nicht darauf, Internetliteratur zu publizieren. Konzept sei viemehr, so Hongli, eine ganze Verwertungskette zu realisieren und zu monetarisieren: von digitaler über gedruckte Literatur zu Verfilmungen des Stoffes und seine Umsetzung als (Computer)spiel.

Shanda ist auch nach Frankfurt gekommen, um Kooperationspartner zu finden – und das Interesse im Forum Innovation an der Präsentation war auch ausgesprochen groß. Ob sich das digitale Erfolgsmodell à la China aber so einfach auf andere Buchmärkte (die anders strukturiert sind und anderen Gesetzen folgen) übertragen lässt, scheint Experten fraglich. Während im asiatischen Raum etwa Handyliteratur boomt, setzen westliche  Verleger (noch) auf E-Books als Zukunftsmodell. Spannend ist der Weg von Shanda Literature aber auf jeden Fall und einiges ist sicherlich auch in westlichen Ländern umsetzbar.  

Mehr über das Shanda Imperium gibt es hier.

Trail
Ehrengast

Tags
, , ,